Der umgekehrte Bildungsroman

Die Gattung des Bildungsromans entsteht in der Zeit der Aufklärung und ist dementsprechend von einem positiven, aufgeklärten Menschenbild durchdrungen. Christoph Martin Wielands „Geschichte des Agathon“ (1766) gilt als erster deutscher Bildungsroman, Goethes „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ (1895/96) als das mustergültige, klassische Werk.

Die Handlung eines Bildungsromans erzählt die Entwicklung eines jungen Menschen zu einem eigenständigen Charakter. Ein junger, noch naiver Held wird mit der äußeren Welt und der Gesellschaft konfrontiert. Er wächst und reift seelisch und geistig an seinen Erlebnissen, findet kluge Ratgeber, lernt, erfährt Freundschaft und Liebe und wird dank dieser Erlebnisse reifer und vollständiger. Er findet zu sich selbst und nimmt schließlich als autonomer Mensch seinen Platz in der Gesellschaft ein.

„Der Untertan“ lässt sich als umgekehrter Bildungsroman bezeichnen – oder sogar als „Miss-Bildungsroman“. Diederich Heßlings Geschichte ist nicht die Entwickl...

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