Frau Heßling

Herrn Heßlings Gegenstück

Herr Heßling ist davon überzeugt, dass seine Frau den jungen Diederich mit ihrer Gefühlsseligkeit verdirbt. Sie betet mit ihm improvisierte Gebete „aus dem Herzen“ (S. 11), singt mit ihm, spielt mit ihm Klavier, erzählt ihm Märchen und erhält in ihm den Glauben an das Christkind und an Burggespenster. Diederich genießt diese gemeinsamen, gefühlvollen Stunden einerseits, doch verachtet er seine Mutter andererseits gerade deshalb, weil sie ihm zu sehr ähnelt.

Diederichs emotionale und schwärmerische Mutter verkörpert in vielerlei Hinsicht das Gegenstück zu dem strengen, pflichtbewussten, tätigen und gerechten Vater. Mit der Hausarbeit wird sie nicht bis zum Wochenende fertig, weil sie mehr mit dem Dienstmädchen plaudert, als dass sie fleißig arbeitet. Ihrem Mann missfällt ihre Charakterschwäche, die seiner Meinung dadurch gefördert wird, dass sie Romane liest. Sie fürchtet ihren Mann und wagt es z.B. nicht, bei Tisch viel zu essen. Sie lügt und nascht zwischen den Mahlzeiten.

Frau Heßling liebt ihren Sohn innig, doch schlägt sie ihn im Affekt. Diederich nützt ihre Angst vor dem Vater aus, indem er ihr zum Beispiel damit droht, dem Vater zu verraten, dass sie ihn geschlagen hat. Als Diederich zum Studium nach Berlin zieht und in den Ferien seine Familie besucht, stellt Frau Heßling voller Eifersucht fest, dass ihr Diedel „kein Junge mehr“ (S. 30) ist.

Der Tod des Vaters

Kurz darauf wird ihr Mann totkrank und Frau Heßling schreibt einen Brief nach Berlin, in dem sie Diederich inständig darum bittet, s...

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