Emmi und Magda Heßling

Kleider, Ehrbarkeit und Status

Emmi und Magda sind Diederichs jüngere Schwestern. In Kindertagen übte er Macht über sie aus, spielte einen Lehrer und erteilte ihnen harte Strafen, sodass sie weinten. Dann musste er sich vor ihnen „demütigen“ (S. 13), damit sie den Eltern nichts sagten.

Als Student erzählt Diederich Agnes Göppel, seine Schwestern seien „hübsch geworden; oder vielleicht nicht hübsch, aber so anständig und sanft“ (S. 90). Er berichtet auch, dass Emmi ebenso wie Agnes Gedichte lese.

Als er nach dem Tod des Vaters als Familienoberhaupt aus Berlin zurückkehrt, holen die Schwestern ihn am Bahnsteig ab, wo sie einerseits über Guste Daimchen herziehen, aber ihr andererseits ganz zuvorkommend beim Tragen des Gepäcks helfen, weil sie Millionärin ist. Das Leben und der Gesprächststoff der jungen Mädchen in Netzig drehen sich um Anständigkeit, Ehrbarkeit, Ehechancen, Kleidung, Status und Vermögen.

Auseinandersetzungen mit Diederich – verringerte Ehechancen

Kurze Zeit nach seiner Ankunft gibt es deshalb bereits Spannungen zwischen Diederich und seinen Schwestern, da sie den Hang zur Unterwerfung, den ihre Mutter hat, nicht teilen und Diederich Kontra geben. Diederich weigert sich, ihnen mehr Geld zur Verfügung zu stellen, worauf sie ihm vorhalten: „Also wir können die Modistin nicht bezahlen, aber der Herr Doktor trinkt Sekt für hundertfünfzig Mark“ (S. 161). Diederich reagiert darauf mit einem Tobsuchtsanfall.

Dazu kommt, dass der bevorstehende Prozess gegen Fabrikbesitzer Lauer nicht nur Diederichs Stand in Netzig geschadet hat, sondern auch dem der Schwestern. Als Pastor Zillig zur großen Blamage der gesamten Familie Heßling in Diederichs Richtung predigt und sich alle nach ihnen umdrehen, kommt es zu Hause zum Krach. Die Schwestern werfen ihrem Bruder vor, dass man sie seinetwegen „schlecht in den Gesellschaften“ (S. 183) behandle und sie wegen seiner Politik als „alte Jungfern“  (S. 184) enden würden.

Eifersucht auf Magdas Erfolg

Bis zu diesem Zeitpunkt herrscht zwis...

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