Vorwort

Einleitung

Nach dem Erscheinen der „Neuen Gedichte“, die den Reise-Epos „Deutschland. Ein Wintermärchen“ enthielten, sollte dieses kurz darauf auch als ein unabhängiges Werk seinen Weg in die Öffentlichkeit finden. Zu dieser Veröffentlichung schrieb Heinrich Heine am 17. September 1844 in Hamburg ein Vorwort, in dem er die Entstehungsbedingungen des „Winter…

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Die freie Luft (1-4)

Das Vorwort präzisiert zu Beginn die Zeit und den Ort der Entstehung des „Wintermärchens“: „im Januar zu Paris“. Die Ortsangabe signalisiert die Distanz, aus welcher der Dichter seine Heimat betrachtet. „[D]ie freie Luft des Ortes wehete in manche Strophe weit schärfer hinein, als mir eigentlich lieb war“, formuliert Heine und weist damit auf die Möglichkeit hin, seine Meinung frei kundzutun, welche ihm sein freiwilliges Exil in Frankr…

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Die Korrektur (5-12)

Nach den ersten Milderungen und Streichungen berichtet der Dichter davon, das Manuskript nach Hamburg zu seinem Verleger geschickt zu haben, der weitere Bedenken äußerte. Auf sein Anraten hin macht sich Heine nun an eine erneute Überarbeitung und da „mag es wohl geschehen sein, dass die ernsten Töne mehr als nötig abgedämpft oder von den Schellen des Humors gar zu heiter überklingelt wurden“.

Der Hinweis, dass die Abschwächung auf das Anraten des Verlegers zurückgeht, verschafft dem Verfasser der Zeilen eine Rechtfertigung. Heine hatte sich große Sorgen gemacht, von seinen Lesern nicht richtig verstanden zu werden. Dass ihn Verleger und Zensur daran hinderten, sich in der gewollten Schärfe auszudrücken, war daher eine Botschaft, die ihm sehr am Herzen lag. Der Hinweis, dass die ernsten Töne von Humor überspielt wurden, verweist auf die im großen Umfang verwendete Ironi…

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Kritik an seinem Publikum, dem Bürgertum (13-22)

Die gleiche Funktion erfüllen die nachfolgenden Verweise auf große Dichter, die ähnlich in ihren Werken agierten. Aristophanes scheint für Heine kein gutes Beispiel zu sein, da dieser als „blinder Heide“ keinen Sinn für Sittlichkeit hatte, sich daher nicht besser auszudrücken wusste und sein Publikum, obschon mit klassischer Erziehung aufgewachsen, der Unsittlichkeit des Dichters offen gegenüberstand. Cervantes und Molière dagegen präsentiert Heine als Vorbilder, die für den Adel schrieben, also für ein Publikum, dem Kritik und derber Ton nicht recht sein konnten.

Auch de…

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