Caput 3 (III)

Einleitung

Das Lyrische Ich befindet sich auf seiner Reise von Paris nach Hamburg. Nach seiner ersten Begeisterung, die Heimat wieder betreten zu dürfen, hat es Ärger mit den preußischen Zollbeamten, die sein Gepäck durchsuchen: Sie lassen es weiterreisen, nachdem sie nichts finden. Im dritten Kapitel „Caput III“ erreicht der Rei…

...

Die erste Strophe

Die erste Strophe beginnt sogleich mit der Erwähnung einer touristischen Sehenswürdigkeit, des alten Doms von Aachen und des darin begrabenen Karls des Großen (747/ 748 – 814), welcher von 768 bis zu seinem Tod das Fränkische Reich regierte. Der Hinweis erfolgt in den ersten beiden Verszeilen, verbunden durch ein Enjambement.

In den beiden nachfolgenden Verszeilen, die ebenso durch ein Enjambement miteinander verbunden sind, folgt ein Hinweis auf einen schwäbischen Dichter, Karl Mayer (1786-1870), der schon im „Schwa…

...

Die zweite Strophe

Wie in der ersten Strophe, so sind in der zweiten Strophe die beiden ersten und die beiden letzten Verszeilen jeweils durch ein Enjambement miteinander verknüpft. Der Sprecher setzt sich nun in Bezug zu den genannten Persönlichkeiten mit einer personalen Erzählform. In den ersten beiden Verszeilen bezieht sich das Lyrische Ich auf Carolus Magnus, in den beiden letzteren auf den Poeten Karl Mayer in Stuttgart.

Das Lyrische Ich verkündet, dass es nicht tot im Aachener Dom, wie der Kaiser, begraben sein möch…

...

Die dritte Strophe

In der dritten Strophe geht das Lyrische Ich näher auf das Städtchen ein und wechselt die Erzählperspektive. Es berichtet in den zwei ersten Verszeilen auktorial und weiß sogar, was die personalisierten Hunde sich denken: Sie langweilen sich schrecklich in Aachen und betteln für eine kleine Zerstreuung um einen Tritt.

Die ersten beiden Verszeilen der Strophe sind durch ein Enjambement miteinander verbunden. Der auf diese Weise entstandene große Teilsatz enthält eine Inversion, welche dazu beiträgt, dass das Nomen…

...

Die vierte Strophe

In der vierten Strophe schließlich äußert das Lyrische Ich diesen Eindruck frei heraus. Es bezeichnet Aachen als „langweil´ges Nest“. Die ersten beiden Verszeilen sind durch ein Enjambement miteinander verbunden und verkünden, dass der Reisende eine Stunde lang durch die Straßen Aachens schlenderte.

Die le…

...

Die fünfte Strophe

Eine genaue Beschreibung des Militärs, wie es das Lyrische Ich beobachtete, folgt in der fünften Strophe. Die ersten beiden Verszeilen sind durch ein Enjambement miteinander verbunden und beschreiben die grauen Mäntel der Soldaten mit dem hohen roten Kragen. Die erste Verszeile mit einem durchgehenden Jambus und dem Adverb „noch“ greift die These der vorangegangenen Strophe auf, dass keine Veränderung stattgefunden hat.

In den beiden let…

...

Die sechste Strophe

In der sechsten Strophe geht der Sprecher detailliert auf die Soldaten ein, die jetzt als „Volk“ bezeichnet werden. Damit wird die Betrachtung auf die gesamte preußische Bevölkerung ausgeweitet. Diese beschreibt er als „hölzern“ und „pedantisch“ sowie „hochmütig“.

Die beiden ersten Verszeilen sind durch die Anapher „Noch immer“ miteinander verbunden. Die Wiederholung betont die Rückständigkeit und die Inflexibilität, welche schon früher existierte. Dem Reisenden z…

...

Die siebte Strophe

In der siebten Strophe wird die Schilderung sarkastisch. Die Alliteration „stelzen“-„steif“ und „Verschluckt den Stock“ beschreibt anschaulich und witzig das Marschieren der preußischen Soldaten. Auch hier findet sich das Adverb „noch immer“, welches die mangelnde Veränderung und somit die Rückständigkeit verdeutlichen soll. Das Verb „herumstelzen“ steht für eine hölzerne Gangart, ist jedoch nicht anmutig konnotiert, wie zum Beispiel das Verb „marschieren“, worin demzufolge eine Ironie verborgen liegt.

Die Wiederholung des Partikels „s…

Der Text oben ist nur ein Auszug. Nur Abonnenten haben Zugang zu dem ganzen Textinhalt.

Erhalte Zugang zum vollständigen E-Book.

Als Abonnent von Lektürehilfe.de erhalten Sie Zugang zu allen E-Books.

Erhalte Zugang für nur 5,99 Euro pro Monat

Schon registriert als Abonnent? Bitte einloggen