Caput 1 (I)

Einleitung und Aufbau

Das erste Kapitel des "versifizierten Reiseberichtes" Deutschland ein Wintermärchen fungiert als ein Prolog zum Reiseepos und korrespondiert thematisch und strukturell mit dem letzten Caput XXVII, welches die Rolle eines Epilogs übernimmt und die Ausführungen des Autors mit einem warnenden Zeigefinger zum Abschluss bringt. Der Sprecher befindet sich auf der Reise von Frankreich nach Deutschland im November 1843 und erreicht im „Caput I“ die deutsche Grenze.

Das Caput I besteht aus mehreren Abschnitten. Es betont in den drei ersten Strophen die Liebe des Reisenden…

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Die erste Strophe

Der Ausgangsort der Reise des Exilanten ist Paris, von dort aus macht sich das Lyrische Ich im November nach Deutschland auf. Diese Situation beschreibt die erste Strophe. Die gleich anlautenden Adjektive „traurig“ und „trüb“ schildern mit dieser Alliteration[1] die Stimmung des Reisenden und schaffen eine graue, herbstliche Atmosphäre, welche mit dem Empfinden des Sprechenden korrespondiert.

Das Naturbild des Windes, welcher die Blätter von den Bäumen reißt, …

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Die zweite Strophe

In der zweiten Strophe gelangt der Reisende an die deutsche Grenze und empfindet dabei ein starkes Gefühl. Während die erste Verszeile die Situation beschreibt, schildern die weiteren drei Verse die Gefühlslage des Lyrischen Ichs. Diese Unterscheidung wird strukturell deutlich: Der erste Vers enthält eine durchgehende jambische Struktur und wird durch ein Komma von den weiteren Versen getrennt, die durch Enjambements miteinander verbunden sind.

Die Verse zwei und vier bilden nicht nur durch den reichen Reim „klopfen“ – „tropfen“, sondern auch durch den Beginn mit dem Konsonanten „D“ eine Einheit. Diese hebt die signifikanten Informationen für das Verständnis der Gefühlslage hervor: Das klopfende He…

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Die dritte Strophe

Die dritte Strophe ist mit der zweiten Strophe durch die beiden Anaphern „Und als ich“ und „da“, welche die zwei ersten Verse einleiten, verknüpft.

In der nachfolgenden Strophe beschreibt der Reisende ausgiebiger, in welcher Form er die deutsche Sprache vernimmt. Er hört ein Harfenmädchen singen. Dieses trägt ihr Lied mit wahrem Gefühl, jedoch der falschen Stimme vor. Ihr Spiel rührt den Sprecher.

Der unreine Reim „Gefühle“ – „Spiele“ korrespondiert jedoch mit der falschen „Stimme“ des Mäd…

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Die vierte Strophe

Die Strophen vier bis acht bilden eine Einheit. Sie sind formal durch die Anapher „Sie sang“ miteinander verknüpft und beschreiben das Lied des Harfenmädchens.

Das Mädchen singt mit „wahrem“ Gefühl, was verdeutlicht, dass sie fest an den Inhalt ihres Liedes glaubt. Sie ist dabei gefühlsmäßig engagiert. Dem steht jedoch die „falsche …

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Die fünfte Strophe

Das Lied des Mädchens. Sie singt von der Erlösung von allen Leiden im Himmelreich. Betont werden ihr Gesang sowie die Thematik durch die Alliterationen „Sie sang“ sowie „Liebe und Liebesgram“. Die Gegensätzlichkeit zwischen Himmelreich und Erde, Freude und Schmerz findet sich auch in dem reichen Reim „finden“ – „schwinden“ wieder.

Die fünfte Strophe bildet einen Satz. Ein Enjambement verbindet die zweite und dritte…

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Die sechste Strophe

In der nächsten Strophe schildert der Reisende weiterhin die Thematik des Liedes. Die Worte sind durch einen Parallelismus[3] miteinander verbunden: „vom irdischen Jammertal, von Freuden, die bald zerronnen, vom jenseits, wo die Seele schwelgt […]“.

Das Mädchen hält folglich an dem Glauben fest, dass die irdischen Freuden und Vergnügen vergänglich sind, sodass der Mensch erst im Himmelreich bei Gott nach dem Überdauern d…

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