Gottfried Klausen

Der gewissenhafte Journalist

Gottfried Klausen ist die Hauptfigur der Novelle Das Haus in der Dorotheenstraße, dennoch erfährt der Leser nur sehr wenig über seine Person: Zu seinem Äußeren gibt es keine Informationen, auch das Alter Klausens bleibt unbekannt. Der Erzähler informiert den Leser nur über die berufliche Situation Klausens sowie einige persönliche sowie familiäre Details.

Der Protagonist ist von Beruf Journalist und arbeitet als „Korrespondent einer überregionalen Tageszeitung“ (S. 74). Er ist vermutlich schon länger für diese Zeitung tätig, denn Klausen hat sich für seinen Arbeitgeber bereits mehrfach im Ausland aufgehalten. Auch aufgrund seiner guten Fremdsprachenkenntnisse hat Gottfried Klausen bereits in Italien (Rom) sowie in Spanien (Madrid) als Auslandskorrespondent gearbeitet (ebd.).

Klausen beherrscht neben Italienisch und Spanisch auch die englische Sprache so gut, dass ihn der Chefredakteur der Tageszeitung bittet, die Niederlassung der Redaktion in London zu übernehmen (S. 75). Der seriöse Journalist leistet professionelle Arbeit: „und er nahm seinen Beruf sehr ernst“ (S. 74). Die Redaktion vertritt eine hohe Meinung von Gottfried Klausen und achtet ihn wegen seiner gründlichen und exakten Arbeitsweise (ebd.).

Geborgenheit und Zuflucht in der Dorotheenstraße

Klausen ist verheiratet und vermutlich kinderlos. Seine Frau Xenia ist eine ehemalige Klassenkameradin von Gottfried und beide sind schon „was ihre Eigenarten und Interessen betraf, über Jahre hinweg miteinander vertraut“ (S. 73) und wahrscheinlich auch schon seit längerer Zeit verheiratet.

Das Ehepaar lebt in der kleinen Ortschaft Kohlhasenbrück, die zum Bezirk Berlin-Wannsee gehört und mit einer bestimmten Buslinie erreicht werden kann (S. 74). Die Klausens haben sich in der Dorotheenstraße am Ufer des Teltowkanals eine Villa gemietet (ebd.). So kann Gottfried Klausen nach seinem anstrengenden beruflichen Alltag und den vielen Auslandseinsätzen in der Abgelegenheit und Ruhe seines Wohnorts neue Kraft tanken.

Die Villa der Klausens in der Dorotheenstraße besteht aus einem älteren, etwas baufälligen Gebäude, das wahrscheinlich Anfang des 20. Jahrhunderts zur Zeit des Art déco erbaut wurde (S. 74). Von außen ist „der Putz breitflächig abgebröckelt“ (ebd.) und „die Fassaden hätte man erneuern müssen“ (ebd.). Auch der Garten wurde lange nicht mehr gepflegt. Dennoch fühlen Gottfried und Xenia Klausen sich in der Dorotheenstraße so wohl und geborgen, dass sie sogar überlegen, das alte Haus zu kaufen (ebd.).  

Der anhängliche Ehemann

Als Gottfried das Angebot seiner Tageszeitung annimmt, die Niederlassung in London zu übernehmen, fliegt er allein dorthin, denn Xenia möchte vorerst in dem Haus in der Dorotheenstraße wohnen bleiben (S. 75). Der vertrauensvolle Ehemann zeigt zunächst Verständnis für den Wunsch s...

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