Kapitelzusammenfassung

Friedrich Schneider und der Icherzähler werden beide 1925 geboren, wachsen im gleichen Haus auf und werden Freunde. Doch der Wahlsieg der Nazis im Jahr 1933 verändert ihre Kindheit und ihr Leben. Friedrichs Vater verliert seine Beamtenstellung, da er Jude ist, während der Vater des Erzählers in die NSDAP eintritt, um endlich eine Arbeit zu finden. Der Erzähler und seine Familie versuchen, Schneiders beizustehen, ohne sich selber in das Suchlicht der Nazis zu begeben, während Schneiders immer mehr unter der ständig zunehmenden Judenverfolgung leiden. Die Familie des Erzählers erfährt wirtschaftlichen Aufstieg. Die Familie Schneider erleidet Demütigung, Deportation und Tod.

Die folgende Kapitelzusammenfassung stellt die Handlung in den einzelnen Teilen des Werkes kurz und übersichtlich dar. Dabei gibt sie nicht nur Aufschluss über die Geschehnisse, sondern auch über die Handlungsorte und die beteiligten Figuren. 

Kapitel: 1. Vorgeschichte

Seite: 9-11

Schauplatz: Vorgarten und Haus von Herrn Resch

Zeit: 1925

Personen: Herr u. Frau Resch, Icherzähler u. seine Eltern, Herr u. Frau Schneider, Friedrich

Inhalt: Die Familie des Erzählers und Familie Schneider sind Mieter im Haus des Herrn Resch. Der ehemalige Vertreter, der inzwischen Großhandelsvertreter und Hausbesitzer geworden ist,  genießt seine Position als „Herrscher“. 

Die Inflation hat viele Familien verarmen lassen. Auch die Familie des Erzählers leidet unter der schlechten Wirtschaftslage, denn der Vater des Icherzählers ist arbeitslos. Herr Schneider ist hingegen Postbeamter. Erst als in beiden Familien kurz hintereinander ein Sohn  geboren wird, lernen sich die Familien näher kennen.

Kapitel: 2. Reibekuchen

Seite: 11-15

Schauplatz: Wohnung des Erzählers

Zeit: 1929

Personen: Mutter des Icherzählers, Frau Schneider, Icherzähler, Friedrich

Inhalt: Herr Schneiders Sohn Friedrich und der Erzähler sind vier Jahre alt, als sie zum ersten Mal in der Wohnung des Erzählers zusammen spielen. Anfangs will der Erzähler sein Spielzeug nicht mit Friedrich teilen, doch Friedrich macht den ersten Schritt und gibt dem Erzähler seine Flöte. Daraufhin spielen die beiden Jungen friedlich miteinander.

Die Mutter backt mit den Kindern Reibekuchen, die es sonst nur an besonderen Tagen gibt. Danach badet sie die Jungen und stellt dabei  fest, dass Friedrich beschnitten ist.

Kapitel: 3. Schnee

Seite: 15-21

Schauplatz: Wohnung des Erzählers, Straße vor dem Haus

Zeit: 1929

Personen: Icherzähler, seine Mutter, Frau Resch, Friedrich, Frau Schneider, Herr Resch

Inhalt: Es schneit. Der Erzähler steht am Fenster und beobachtet zunächst Frau Resch, die den Weg freischaufelt. Dann sieht er Friedrich und Frau Schneider fröhlich im Schnee spielen. Sie machen eine Schneeballschlacht und bauen einen Schneemann.

Der Erzähler will auch hinaus, aber seine Mutter will zuerst mit dem Abwasch fertig werden. Als der Erzähler und seine Mutter endlich bereit sind zum Hinausgehen, da hören sie, dass Herrn Resch mit Friedrich schimpft und ihn als einen „Judenbengel“ bezeichnet. Die Mutter des Erzählers zieht ihren Sohn vom Fenster weg.

Kapitel: 4. Großvater

Seite: 22-25

Schauplatz: Wohnung des Erzählers

Zeit: 1930

Personen: Icherzähler, seine Eltern, sein Großvater, Friedrich

Inhalt: Der Großvater des Erzählers kommt zu Besuch. Er hat eine gute Stellung bei der Eisenbahn und legt großen Wert auf Ordnung und Sauberkeit. Er unterstützt die Familie finanziell und macht seinem Schwiegersohn Vorhaltungen wegen dessen Arbeitslosigkeit.

Auf ein Geräusch von oben hin erzählt der Vater, dass der jüdische Junge Friedrich, der über ihnen wohnt, ein Spielkamerad des Erzählers ist. Der Großvater ist strikt dagegen, dass sein Enkel mit einem “Judenbuben“ spielt. Er beschuldigt die Juden, Christus gekreuzigt zu haben.

Als Friedrich an der Tür klingelt, schickt die Mutter des Erzählers ihn wieder weg.

Kapitel: 5. Freitagabend

Seite: 26-29

Schauplatz: Wohnung der Schneiders

Zeit: 1930

Personen: Icherzähler, Friedrich, Herr u. Frau Schneider

Inhalt: Der Erzähler ist bei den Schneiders, während seine Mutter  heimlich als Waschfrau arbeitet und sein Vater auf Arbeitssuche ist. Verwundert  beobachtet  er  Frau Schneiders Sabbatvorbereitungen.  Als Herr Schneider nach Hause kommt, beginnen die Feierlichkeiten.  Der Erzähler hört die Segenssprüche und Gebete mit an, sitzt mit den Schneiders am Tisch, trinkt Wein und isst Brot mit ihnen.  Als sie hören, dass seine Mutter wieder zu Hause ist, gibt ihm Frau Schneider einen Korb Birnen mit und er geht hinunter.    

Kapitel: 6. Schulanfang

Seite: 29-36

Schauplatz: Schule, Rummelplatz

Zeit: 1931

Personen: Icherzähler, seine Eltern, Friedrich, Herr u. Frau Schneider

Inhalt: Es ist der erste Schultag und Friedrich und der Erzähler sitzen nebeneinander in der Klasse. Herr Schneider überredet die Eltern des Erzählers, mit auf den Rummelplatz zu kommen. Die Eltern sind bekümmert, weil sie kaum Geld zur Verfügung haben. Herr Schneider ist sehr großzügig und bezahlt die Karussellfahrten und Würste.

Der Vater ist erleichtert, zwei Postkarten mit einer Fotografie ihrer beiden Familien spendieren zu können. Den Rest des Tages verbringt die Familie des Erzählers, ohne etwas zu essen, da sie das Haushaltsgeld für die Postkarten verwendet hat.

Kapitel: 7. Schulweg

Seite: 36-42

Schauplatz: Weg von der Schule nach Hause

Zeit: 1.4. - 1933

Personen: Icherzähler, Friedrich, Dr. Askenase, Schreibwaren-händler Rosenthal, Schildhalter, alte Frau und weitere Umstehende

Inhalt: Friedrich erzählt von seinem Besuch beim Kinderarzt. Sie kommen an der Arztpraxis vorbei und stellen fest, dass jemand das Wort „Jude“ auf das Arztschild gemalt hat. Sie klingeln und erzählen Dr. Askenase davon. Dieser weiß es bereits und will es am nächsten Tag (Sonntag) wegwischen.

Die Jungen gehen weiter und kommen zum Schreibwarenhandel von Herrn Rosenthal. Dort steht ein Mann mit Hakenkreuz am Arm und einem Schild mit der Aufschrift „Kauft nicht beim Juden!“ vor dem Laden.  Eine ältere Dame geht demonstrativ hinein.  Auch Friedrich provoziert den Schildhalter. Schließlich kommt Herr Schneider vorbei und nimmt die Jungen mit nach Hause.

Kapitel: 8. Die Schlaufe

Seite: 43-49

Schauplatz: Weg zum Heimabend, Heim des Deutschen Jungvolks

Zeit: 1933

Personen: Icherzähler, Friedrich, Fähnleinführer, Sonderbeauf-tragter der Gauleitung

Inhalt: Der Erzähler gehört inzwischen zum ‚Deutschen Jungvolk‘. Friedrich ist begeistert, zu einem Heimabend mitkommen zu dürfen. Dazu hat Friedrich eine Halsbandschlaufe mit Hakenkreuz mitgebracht. Auf dem Heimabend redet ein kleiner, buckliger Mann im Auftrag der Gauleitung über die Gefahr, die von den Juden ausgeht. Er erzählt in einer Weise, die die Juden grausam und blutgierig erscheinen lässt. Am Ende seiner Rede prägt er den Kindern ein: „Die Juden sind unser Unglück“. Friedrich, der der Rede mit Anspannung zugehört hat, soll den Satz wiederholen. Nach langem Zögern sagt er:  „Die Juden sind – euer Unglück“  und geht. Der Erzähler bleibt sitzen. 

Kapitel: 9. Der Ball

Seite: 50-54

Schauplatz: Straße vor einem Laden, Weg nach Hause

Zeit: 1933

Personen: Icherzähler, Friedrich, Ladeninhaberin und ihr Mann, ein Polizist, Herr Schneider

Inhalt: Der Erzähler und Friedrich spielen mit einem Gummiball, dabei zerschlägt der Erzähler versehentlich den Schaukasten eines Ladens. Die Inhaberin ergreift Friedrich und beschimpft ihn laut als Einbrecher und „Judenlümmel“. Der Erzähler will die Sache richtigstellen, aber die Frau sagt, er solle sich nicht einmischen.

Als die Polizei kommt, beschuldigt sie Friedrich und behauptet, der Erzähler wolle seinen vermeintlichen Freund nur schützen. Der Schutzmann erklärt dem Erzähler, dass man Juden nicht trauen könne, und bringt Friedrich nach Hause. Sie treffen Herrn Schneider und die Ladeninhaberin wiederholt ihre Geschichte, der Erzähler widerspricht ihr erneut. Herr Schneider begleicht den Schaden.

Kapitel: 10. Treppengespräch

Seite: 54-57

Schauplatz: Treppenhaus im Haus des Herrn Resch

Zeit: 1933

Personen: Herr Schneider, Friedrich, Herr Resch, Vater des Icherzählers, Icherzähler

Inhalt: Herr Schneider und Friedrich begegnen im Treppenhaus Herrn Resch. Der Hausbesitzer sagt, er wolle mit Herrn Schneider reden, lehnt es aber ab, in dessen Wohnung zu kommen. Stattdessen klingelt er bei der Familie des Erzählers, damit der Vater dem Gespräch als Zeuge beiwohnt. Dort spricht Herr Resch Herrn Scheider die Wohnungskündigung zum nächsten Ersten aus. Der Vater verweist auf den Mieterschutz und weigert sich, als Zeuge zu fungieren. Herr Schneider fragt Herrn Resch, warum er ihm denn kündigen wolle. Der Hausbesitzer schre...

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