Der Vater des Erzählers

 

Arbeitslosigkeit und Demütigung

Der Vater des Erzählers ist arbeitslos und kann seine Familie nicht ernähren. Nur die finanzielle Unterstützung seines Schwiegervaters lindert die Not ein wenig. Dieser hält seinem Schwiegersohn jedoch regelmäßig vor, er würde „sich nicht genügend um Arbeit [...] bemühen“ (S. 23), und macht ihm Vorwürfe, dass er seine Familie „in solche Not gebracht“ (S. 23) habe.

Der Vater hört dabei „mit demütig gesenktem Kopf“ (S. 23) zu und gibt seinem Schwiegervater am Ende „immer recht“ (S. 24), um ihn nicht zu verärgern. Auch als der Schwiegervater seinen Unmut darüber zum Ausdruck bringt, dass sein Enkel mit einem jüdischen Jungen spielt, widerspricht er nicht, obwohl er die antisemitische Haltung seines Schwiegervaters nicht teilt. Erst als der Großvater die Juden im Allgemeinen für den Tod Christi verantwortlich macht, verteidigt der Vater seine Nachbarn, die er für „nette Leute“ (S. 24) hält.

Die Freundlichkeit der Familie Schneider bringt ihn jedoch in große Verlegenheit, als diese ihre Nachbarn dazu überreden, mit ihnen auf den Rummelplatz zu gehen. Dort sieht sich der Vater gezwungen, Herr Schneiders Freigiebigkeit zu erwidern. Er bittet seine Frau um das Haushaltsgeld und rechnet „vor jeder Bude mit verzweifeltem Gesicht“ (S. 32), ob er genug Geld für die jeweilige Vergnügung hat. Am Ende reicht es für den Fotografen und zwei Postkarten mit dem Foto der beiden Familien, doch muss an diesem Tag das Mittagessen ausfallen, da das Haushaltsgeld auf der Kirmes ausgegeben wurde.

Wegen seiner Arbeitslosigkeit muss seine Familie hungern, er muss sich von seinem Schwiegervater erniedrigen lassen und schämt sich vor seinen Nachbarn. Die Situation ist sicherlich unerträglich für ihn.

 

NSDAP und Arbeit

Im Jahr 1933 wird die NSDAP Regierungspartei und Hitler Reichskanzler. Der Vater, der die antisemitische Ideologie der Nazis verabscheut, sieht es dennoch gerne, dass sein achtjähriger Sohn Mitglied beim nationalsozialistischen Jungvolk wird. Die...

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