Die Mutter des Erzählers

Das Dilemma der Mutter

Die Mutter des Erzählers ist eine der vielen Frauen, die in der Wirtschaftskrise der 1920er-Jahre einen Haushalt mit Geldnot und Hunger führen müssen. Ihr Mann ist arbeitslos, und die Geburt ihres Sohnes im Jahre 1925 bereitet ihnen zusätzliche finanzielle Sorgen. Daher arbeitet sie als Waschfrau für andere Leute, doch möchte sie nicht, dass andere davon erfahren, da sie sich dafür schämt.

Sie ist die Tochter eines autoritären Vaters, der auf Disziplin, Ordnung und Sauberkeit pocht. Da dieser die junge Familie finanziell unterstützt, gibt sie sich viel Mühe, ihn bei Laune zu halten. Jedes Mal, wenn sein Besuch ansteht, putzt und schrubbt sie sowohl die Wohnung als auch ihren Sohn, um keinen Anlass zu Klagen zu geben. Wenn der Großvater schließlich da ist, kümmert sie sich darum, dass ihr Sohn bei Tisch schweigt und sich nicht bewegt, sie selbst bleibt „hinter Großvaters Stuhl stehen, um keinen seiner Wünsche zu überhören“ (S. 23).

Sie hat gelernt, sich seiner Autorität zu beugen, doch hat sie die antisemitischen Anschauungen ihres Vaters nicht übernommen. Der jüdischen Familie Schneider, die über ihnen wohnt, begegnet sie ganz vorurteilsfrei und kümmert sich um deren Sohn Friedrich, der genauso alt ist wie ihr eigener Sohn. Doch da ihre Familie davon abhängig ist, dass der Großvater zur Haushaltskasse beiträgt, nimmt sie die antisemitischen Ausfälle des Großvaters kommentarlos hin und schickt Friedrich weg, wenn ihr Vater an die Tür klopft.

Die liebevolle Mutter

Wegen ihrer bedrückenden Geldnot reagieren die Eltern des Erzählers „erschreckt“ und „ängstlich“ (S. 30), als Schneiders am ersten Schultag der Jungen darauf bestehen, dass sie alle gemeinsam auf den Rummelplatz gehen. Zwar bezahlen Schneiders mit Rücksicht auf die Situation ihrer Nachbarn...

Der Text oben ist nur ein Auszug. Nur Abonnenten haben Zugang zu dem ganzen Textinhalt.

Erhalte Zugang zum vollständigen E-Book.

Als Abonnent von Lektürehilfe.de erhalten Sie Zugang zu allen E-Books.

Erhalte Zugang für nur 5,99 Euro pro Monat

Schon registriert als Abonnent? Bitte einloggen