Herr Schneider

Der joviale Postbeamte

Herr Schneider und seine Familie wohnen im Haus des Herrn Resch, und zwar eine Treppe höher als die Familie des Erzählers. Er ist Postbeamter und führt ein beruflich und privat erfülltes, glückliches Leben. Er lacht gerne und zeigt sich großzügig. So nimmt er sich am ersten Schultag seines Sohnes frei und sorgt dafür, dass nicht nur seine eigene Familie, sondern auch der Nachbarsjunge und seine Eltern, die finanziell schlechter gestellt sind, einen fröhlichen Tag auf dem Rummelplatz verbringen können.

Doch mit dem wachsenden, politisch gewollten Antisemitismus wird das Leben der Schneiders schwieriger und sorgenvoller. Herr Schneider entschließt sich dazu, die antijüdische Stimmung zu akzeptieren und die Diskriminierungen zu ertragen. Als Friedrich z.B. fälschlicherweise beschuldigt wird, ein Ladenfenster eingeschlagen zu haben, kommt er für den Schaden auf und bleibt auch dann noch gefasst und höflich, als Herr Resch ihm die Wohnungskündigung ausspricht, weil er keine jüdischen Mieter in seinem Haus haben will.

Als Herr Schneider trotz seines Beamtenstatus im Jahr 1933 seine Stellung  verliert, ist er 32 Jahre alt. Dieser unerwartete Schlag trifft ihn zutiefst. Der zuvor joviale und selbstsichere Mann kommt so verändert und gebrochen nach Hause, dass ihn der Erzähler nicht wiedererkennt. Nur Friedrich erkennt seinen schwankenden, weinenden Vater und geht ihm entgegen, um ihn zu stützen. 

Kurz darauf bringt Herr Resch Herrn Schneider „als fortwährende Belästigung im Sinne des Mieterschutzgesetzes“ (S.65) vor Gericht. Dieser Herausforderung begegnet Herr Schneider wieder mit Haltung. Im Gegensatz zu Herrn Resch hat er keinen Anwalt an seiner Seite, sondern er verteidigt sich selbst. Im Gerichtssaal tritt er „ruhig“ auf und antwortet dem Richter mit „sicherer Stimme“ (S.65), wenn auch seine „ständig spielenden Finger“ (S.62) seine Nervosität verraten. Der Prozess geht schließlich zu seinen Gunsten aus.

Der zuversichtliche Deutsche

Bald darauf hat er auch wieder eine Arbeitsstelle, die ihm sogar besser gefällt als die vorherige Stellung bei der...

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