Friedrich

Freundschaft und Judentum

Friedrich Schneider wird im Jahr 1925 als Sohn eines jüdischen Postbeamten geboren. Er wohnt mit seinen Eltern im Haus von Herrn Resch zur Miete. Von klein auf erfährt Friedrich Antisemitismus. So beschimpft ihn z. B. Herr Resch als „Judenbengel“ (S. 21), als er mit seiner Mutter ausgelassen im Schnee spielt und dabei den Rosenstöcken im Vorgarten zu nahe kommt. Im selben Haus lebt der Erzähler, der eine Woche älter als Friedrich und kein Jude ist. Die zwei Jungen werden Spielgefährten und später Klassenkameraden. Friedrich ist ein großzügiges Kind und teilt mit dem Erzähler Spielsachen, Süßigkeiten und Schulwissen.

Nach dem Wahlsieg der NSDAP 1933 beginnt die organisierte Diskriminierung. Friedrich ist nun sieben oder acht Jahre alt und reagiert bereits sehr bewusst auf das, was er sieht. Als das Arztschild von Dr. Askenase mit dem Wort „Jude“ beschmiert wird, klingelt er an dessen Tür und gibt seinem Kinderarzt Bescheid. Als er einen Nazi sieht, der per Schild zum Boykott eines jüdischen Schreibwarenladens aufruft, grüßt er den Ladenbesitzer „so auffällig, dass alle Umstehenden es bemerken mussten“ (S. 41), und verteidigt sich gegenüber dem Nazi frech und selbstbewusst.

Als der Erzähler Mitglied beim nationalsozialistischen Jungvolk wird, ist Friedrich jedoch neidisch auf ihn. Er würde auch gerne mit einer Fahne singend durch die Straßen marschieren und ist traurig, dass sein Vater es nicht erlauben will. Umso begeisterter ist er, als der Erzähler ihn zu einem Heimabend mitnimmt. Zu diesem Abend kommt ein Sonderbeauftragter der Gauleitung, der den Juden Gräueltaten vorwirft. Friedrich hört entsetzt zu: „Sein Gesicht war bleich; er atmete schwer; seine Hände krampften sich in seine Knie“ (S. 48). Er findet doch die Kraft zum Widerstand wieder und antwortet dem Redner mit „deutlicher Stimme“: „Die Juden sind – euer Unglück!“ (S. 49).

Diskriminierung und Bar-Mizwa...

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