Frau Schneider

Die liebenswürdige Nachbarin

Frau Schneider, Friedrichs Mutter, ist eine „kleine dunkelhaarige Frau“ (S.10), die die meiste Zeit in i Wohnung verbringt. Außerhalb der Wohnung sieht man sie meistens nur dann, wenn sie dort ihren hausfraulichen Pflichten nachgeht, d.h. wenn einkauft oder die Treppe putzt. Sie verhält sich zwar reserviert, ist aber freundlich und lächelt die Menschen, die ihr begegnen, an. Sie wird mit ihren Nachbarn, den Eltern des Erzählers, erst dann näher bekannt, als auch sie einen kleinen Sohn bekommt.

Allmählich finden der Erzähler und seine Eltern heraus, was für ein guter, fröhlicher Mensch sich hinter der Fassade der zurückhaltenden Frau Schneider verbirgt. So beobachtet der Erzähler z.B. durchaus neidisch, wie Frau Schneider mit ihrem Sohn Friedrich im Schnee spielt und dabei genauso munter und ausgelassen ist wie er. Mit kindlichem Vergnügen rutscht sie über die glatte Straße, wirft Schneebälle und baut einen Schneemann, den sie einfallsreich mit einem Flaschenhals als Nase und Kartoffelschalen als Ohren ausstattet.

Als der Erzähler einen Freitagabend bei den Schneiders verbringt, stellt er fest, dass die Schneiders andere Traditionen praktizieren, als er sie kennt. So macht Frau Schneider z.B. den großen Hausputz einen Tag eher als seine Mutter und er bemerkt, wie gründlich sie dabei vorgeht: „Die Tischplatte glänzte; kein Stäubchen lag auf den Möbeln; die Scheiben in den Schränken blitzten“ (S.26). Als vorbildliche jüdische Ehefrau putzt und schmückt sie das Haus für die Sabbatfeierlichkeiten, backt Brot und füllt den Kohlenofen für den nächsten Tag. Auch der kleine, nicht jüdische Nachbarsjunge ist...

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