Emma Pinneberg („Lämmchen“)

Die nette junge Proletarierin

Emma ist eine junge Frau im Alter von 22 Jahren mit blonden Haaren, einem sanften Gesicht und einer geraden Nase (S. 241). Sie hat „dunkelblaue Augen mit einer Schattierung ins Grünliche“ (S. 16), schlanke Beine und auffällig kräftige und breite Schultern (S. 11). Für eine Frau ist sie sehr groß.

Emma stammt aus einer einfachen Arbeiterfamilie, die in der Lütjenstraße in Platz wohnt, in einer „richtigen Arbeiterstraße“ (S. 14). Der Zustand der Küchenutensilien zeigt, dass ihre Familie nicht viel Geld hat und ohne jeden Luxus lebt (S. 25). Sie ist eine sehr reinliche Frau, die viel Wert auf Hygiene legt (S. 69).

Über ihre Jugend erfährt der Leser nicht viel. Von ehemaligen Liebschaften erzählt sie nichts, auch erhält sie keine Post von Freunden oder Freundinnen (S. 168). Die einzige Sommerreise, die sie in ihrem Leben unternommen hat, war eine neuntägige Reise nach Oberbayern mit ihren Freundinnen (S. 107).

Arbeit und Anerkennung

Vor ihrer Hochzeit mit Pinneberg arbeitet Emma als Verkäuferin in Platz (S. 11). Sie ist Mitglied der SPD und während ihrer Zeit als Angestellte im Afa-Bund[1] (S. 174). Auf der Arbeit wird sie stets von ihrer Kollegin Burmeister drangsaliert (S. 39) und sie ist froh, dass sie nach der Heirat diese Arbeit aufgeben kann.

Emma verdient als Verkäuferin 120 Mark. Von diesen muss sie jeden Monat 70 Mark für Kost und Wohnung an ihre Mutter abgeben (S. 29). Ihre Ersparnisse betragen 130 Mark (S. 29). Emma zahlt trotz ihres geringen Verdienstes Kostgeld an ihre Mutter, muss aber zusätzlich am Abend den Haushalt regeln. Hierbei darf sie nicht kochen, muss aber abwaschen, aufräumen und sich um die Kleidung der Familie kümmern.

Emma beschwert sich, dass sie für diese Arbeit nie Lob oder Anerkennung erhält. Daher fühlt sie sich nicht zu ihrer Familie gehörig und ist auch deshalb froh, mit Pinneberg fortgehen zu können (S. 27). Lange Zeit noch leidet Emma unter Albträumen bezüglich ihrer Kollegin Burmeister sowie ihres Bruders und ihres Vaters (S. 68). Sie verarbeitet so den schlechten Umgang und die Unterdrückung durch diese Personen, denen sie lange Zeit ungeschützt ausgesetzt war.

Mild und zuversichtlich

Em...

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