Die verdrängte Schuld

Maria überlebt den Krieg und führt dem Leser vor Augen, wie in Deutschland die Vergangenheit verdrängt wird, denn sie führt exakt dasselbe Leben wie unter den Nazis: Sie würde Oskar heute wie damals den Ärzten und seinem Tod überlassen (S.475), sie hat immer noch ein besonderes Interesse an Sondermeldungen aus dem Radio, ein geradezu „wildes Verlangen nach Sondermeldungen“ (S.365), und sie hat wie in der Vergangenheit ein Verhältnis mit ihrem Chef (damals mit Alfred Matzerath, heute mit dem Chef Stenzel).

Für Maria ist letztlich nach dem Niedergang der Nazis alles „futsch und vorbei“ (S:548), sie zieht einen Schlussstrich und blickt nicht zurück. Sie lebt unreflektiert das eigene Leben in gleicher Form weiter und denkt nicht über die Verbrechen unter Hitler nach. Das Gleiche tut der Maler Lankes, für ihn sind die schrecklichen Ereignisse des Krieges „passé“ (S.718). A...

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