Oskar als Hitler

Freilich ist Oskar Matzerath auch eine Parodie auf Oskar Hitler, denn sowohl die Figur als auch die historische Person weisen bestimmte Gemeinsamkeiten auf: Beide sind gescheiterte Künstler, die ein gewisses Maß an Halbwissen vor sich hertragen. Und sowohl Oskar als auch Hitler können als gefühlskalt bezeichnet werden.

Die Parodie des Nazi-Führers vervollständigt den Blick auf die menschlichen Mechanismen im Nationalsozialismus, die den millionenfachen Mord ermöglichten. Dass Oskar sich auch durch einen ausgeprägten diabolischen Zug auszeichnet, also durch eine Art Pakt mit dem Bösen bzw. Satan, kann auch als ein Verweis auf den Dämon Hitler verstanden werden.

Eine auffällige Parallelität zur historischen Figur Adolf Hitler besteht auch in der Fähigkeit Oskars, sich Erwachsene gefügig zu machen. Dieser Wesenszug Oskars zeigt sich beispielsweise dann, wenn er bei Nazi-Kundgebungen trommelt (S.667) und die Menschen dazu veranlasst, nach seinem Rhythmus zu tanzen, oder wenn er mit seiner Band  in einer Bar auftritt und das Publikum dazu bringt, in ihre Kindheit zurückzukehren (S.710). Oskar übt eine besondere W...

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