Kindheit und Erwachsensein

Die Figur Oskar setzt sich von Anfang an in Opposition zu der Welt der Erwachsenen. Er verweigert sich dem Wachstum und bleibt während des Großteils des Buches augenscheinlich ein Kind. Das Bedürfnis, nicht den Erwachsenen zugehören zu müssen, ist in das Bild von den weiten Röcken gefasst. Schon Oskars Großvater Koljaiczek flüchtet sich unter die Röcke von Agnes (S.21)., Oskars Großmutter. Dieses Verlangen nach einem Unterschlupf wird von Oskar überhöht, wenn er davon spricht, dass es unter den Röcken seiner Großmutter „[s]till war wie am ersten Tag oder am letzten (S.18).

Oskar wird von Anfang an durch den „Wunsch nach Rückkehr in seine embryonale Kopflage“ (S.55) angetrieben. Sodann flüchtet er sich immer wieder unter die Röcke seiner Großmutter, um Schutz zu suchen. Dieser Ort bildet eine Utopie voller Hoffnung für die Figur und gewährt ihm die Freiheit, nicht die Pflichten dieser Welt erfüllen und die Sorgen dieser Welt tragen zu müssen, die ihm augenscheinlich nur seine Kleinwüchsigkeit bieten kann. Für Oskar wäre die Möglichkeit, seine gesamte Existenz aufzuheben und an den Ursprung zurückzukehren, ein paradiesischer Zustand:

„Noch heute wünsche ich mir, als solch backwarmer Ziegelstein unter den Röcken meiner Großmutter, immer wieder gegen mich selbst ausgetauscht liegen zu dürfen [...] Afrika suchte ich unter den Röcken, womöglich Neapel [...] Da flossen die Ströme zusammen, da war die Wasserscheide, d...

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