Historischer Hintergrund

Buch 1

Beginn des Ersten Weltkriegs

Im Jahr 1914 eskalieren die unvereinbaren Machtbestrebungen der europäischen Großmächte und mündeten im Ersten Weltkrieg. Ein wichtiger Herd des Konflikts ist das Balkangebiet, auf dem sowohl Serbien als auch das Königreich Österreich-Ungarn ihren Einfluss vergrößern wollen. Wilhelm II., der deutsche Kaiser, sichert Österreich-Ungarn indes zu, gemeinsam mit Wien in den Krieg gegen Serbien zu ziehen. Die militärische Krise ist vorprogrammiert, denn Serbien wird von Russland unterstützt, das wiederum ein Militärbündnis mit Frankreich und England geschlossen hat. Am 28. Juni 1915 werden der österreichische Thronfolger Franz Ferdinand und seine Frau in Sarajevo erschossen, eine Tat, die als Auslöser für den Ersten Weltkrieg gilt.

Es folgt eine Phase der Ultimaten, Gegenultimaten und gegenseitigen Kriegserklärungen. Ab dem 8. August desselben Jahres, also nur wenige Wochen nach dem Attentat von Sarajevo, befinden sich sämtliche europäischen Großmächte im Krieg. In weiten Kreisen der deutschen Bevölkerung entlädt sich die Anspannung vor dem Krieg in einem Freudentaumel. Das Volk wähnt sich in einem klaren militärischen Vorteil und geht von einem schnellen Sieg über die gegnerischen Mächte aus. Die Soldaten, die aus ihrer Kaserne ausrücken, werden begeistert bejubelt. Auch Intellektuelle und Künstler, wie Thomas Mann, Max Weber und Stefan Zweig, werden plötzlich zu Patrioten. Heute spricht man vom „Augusterlebnis“ des Jahres 1914.

Verdun

Die Schlacht von Verdun ist eine der bedeutendsten Schlachten des Ersten Weltkriegs und steht sinnbildlich für den zermürbenden Stellungskrieg an der französischen Grenze. Im Februar 1916 greifen deutsche Soldaten die Stadt Verdun an, die Schlacht endet erst zehn Monate später, ohne dass sich der Frontverlauf signifikant verschoben hätte. Verdun signalisiert auch den Beginn der großen Materialschlachten des Ersten Weltkriegs, der zunehmend industrialisiert wurde.

Mehr als 40.000 Soldaten verlieren in Verdun ihr Leben. Bis zum Ende des Kriegs kommt es vor der Stadt noch mehrfach zu Gefechten. Im September 1918 kommt es – von Verdun ausgehend – zur französisch-amerikanischen Meuse-Argonne-Offensive, die die Deutschen aus den Wäldern der Argonnen vertreibt. Der Waffenstillstand wird am 11. November geschlossen.

Inflation und Börsencrash

Ein begünstigender Faktor für die Weltwirtschaftskrise ist die Tatsache, dass die USA und ihre Kolonien die Produktion industrieller Güter verstärken. Der Markt wird übersättigt, es kommt zu einem Überangebot und einem Verfall der Preise. Der industrielle Fortschritt verringert sich, jedoch steigt das Spekulationsfieber an der New Yorker Börse. Am 24.10.1929 kommt es zum Börsencrash – auch als „Schwarzer Freitag“ bezeichnet. Die Kurse sinken dramatisch, unter den Anlegern macht sich Panik breit und sie versuchen, ihre Aktien schnellstmöglich abzustoßen.

Viele deutsche Firmen beziehen Fremdkapital aus den USA, die ihre Kredite nun jedoch zurückfordern. In Deutschland stehen jedoch nur geringe finanzielle Reserven zur Verfügung, sodass das Land 1930 ebenfalls von der Krise erfasst wird. Die Arbeitslosenzahl beträgt zu dieser Zeit 3 Millionen, die Regierung bricht zusammen. Ein Jahr später kommt es auch zum Crash innerhalb des deutschen Bankenwesens. Um den Zahlungsverkehr aufrechtzuerhalten, opfert der Staat Bankreserven.

1932 kommt es zur sogenannten Hyperinflation, die Zahl der Arbeitslosen verdoppelt sich innerhalb kürzester Zeit. Die Gehälter werden gekürzt, viele Betriebe gehen bankrott, die Sozialleistungen werden gekürzt, es gibt kaum noch Kaufkraft. Die Bevölkerung ist wütend und verzweifelt und splittet sich in ihrer Radikalisierung auf. Während sich ein Teil mit linkem Gedankengut identifiziert, schließt sich der weit größere Teil den Rechtspopulisten an.

Aufkommen des Nationalsozialismus

Die Folgen des Ersten Weltkriegs und die Weltwirtschaftskrise begünstigen den Aufstieg der Nationalsozialisten in Deutschland. Das Land hat erhebliche Reparationszahlungen an die Siegermächte zu zahlen, die instabile und handlungsunfähige Regierung der Weimarer Republik (1918-1933) ist nicht in der Lage, der Wirtschaftskrise gegenzusteuern. Die Bevölkerung fühlt sich von den gemäßigten Parteien verraten und orientiert sich zu großen Teilen an dem rechten Lager.

In der Reichstagswahl am 6. November 1932 wird die NSDAP die stärkste Partei. Zahlreiche ihm nahestehenden Personen sowie Bankiers, Unternehmer und Landwirte treten an den Reichspräsidenten Hindenburg heran und sprechen sich für eine Regierungsbildung unter Hitler aus. Am 30. Januar 1933 wird Hitler zum Reichskanzler ernannt, der bisherige Reichstag wird aufgelöst. Eine der ersten Amtshandlungen Hitlers ist der Eingriff in die Presse- und Versammlungsfreiheit. Bereits im Mai 1933 kommt es zu Bücherverbrennungen pazifistischer, liberaler, sozialistischer und jüdischer Autoren, darunter Erich Kästner, Berthold Brecht und Heinrich Mann.

Reichspogromnacht und Holocaust

Der Begriff „Reichspogromnacht“ – oder auch „Reichskristallnacht“ – bezeichnet die Nacht vom 8. auf den 9. November des Jahres 1938, in der zahlreiche Gewaltmaßnahmen von der NSDAP initiiert und gegen Juden ausgeführt werden. Jüdische Synagogen, Betstuben, Geschäfte und Friedhöfe werden zu Tausenden im gesamten Deutschen Reich zerstört. Einen Tag später beginnt die Deportation Tausender Juden, Roma und Sinti sowie politisch Andersdenkender und Behinderter in die Konzentrationslager des NS-Regimes. Somit markiert die Reichspogromnacht den Übergang von der Diskriminierung der Juden aufgrund des Antisemitismus hin zu ihrer systematischen Verfolgung und Vernichtung.

Drei Jahre später mündet der mittlerweile manifeste Antisemitismus in den Holocaust, im Judentum auch „Schoah“ genannt. Sein erklärtes Ziel ist die vollständige Ausrottung sämtlicher europäischer Juden. Die historischen Voraussetzungen für den Holocaust manifestieren sich jedoch bereits im modernen Antisemitismus innerhalb Europas im 19. Jahrhundert. Dieser wiederum gründet sich im Antijudaismus, der das Christentum seit seinen Anfängen begleitet und die Juden aufgrund religiöser Motive ablehnt. Bereits einen Tag nach den Novemberpogromen kündigt Hitler an, dass sich das Volk von nun an auf Krieg einstimmen müsse.

Buch 2

Ausbruch des Zweiten Weltkrieges

Am 1. September des Jahres 1939 beginnt der Zweite Weltkrieg mit dem Überfall auf Polen durch die deutsche Wehrmacht, ohne eine Kriegserklärung abzugeben. Hitler rechtfertigt dies Vorgehen mit einem angeblichen polnischen Angriff am Vortag, den jedoch die SS inszeniert hatte. Als er die Ultimaten Frankreichs und Englands verstreichen lässt, ohne sich aus Polen zurückzuziehen, erklären ihm die beiden Länder den Krieg, ohne jedoch vorerst militärisch einzugreifen.

Die Wehrmacht besiegt Polen innerhalb von fünf Wochen, wegen des „Hitler-Stalin-Pakts“ greift auch die Rote Armee im Osten Polens an, ein Vorgehen, das die Teilung des Landes besiegelt. Der von Deutschland besetzte Teil des Landes muss unter der NS-Rassenideologie leiden, die dort lebenden Juden werden in Gettos zusammengepfercht und später in Vernichtungslager deportiert. Nach dem Sieg über Polen brechen auch in West- und Nordeuropa Kriege aus, was Hitler eigentlich vermeiden wollte, da sein Plan zunächst „nur“ Gebietserweiterungen in Richtung Osten vorsieht.

Eroberungen in Frankreich

Großbritannien und Frankreich betreiben zunächst die sogenannte „Appeasementpolitik“ und greifen nicht aktiv in das Geschehen in Polen ein. Hitler interpretiert dies Verhalten als Zeichen von Schwäche und geht davon aus, dass sie nur dann in den Krieg eingreifen werden, wenn sie selbst angegriffen werden. Es wurde ein Bündnis zwischen Frankreich und England geschlossen, um eine weitere Expansion des Deutschen Reiches zu verhindern, das sich jedoch als erfolglos erweist.

Nach der Eroberung  Norwegens und Dänemarks kommt es zur Westoffensive und der Wehrmacht gelingt das, was im Ersten Weltkrieg nicht möglich war: Die Eroberung Frankreichs. Am 14. Juni 1940 wird Paris nach nur sechs Wochen besetzt, sieben Tage darauf kommt es zur Kapitulation Frankreichs. Hitler hat vor allem persönliche Interessen an der Eroberung Frankreichs, denn der ehemals nicht zu besiegende Erzfeind ist ihm ein Dorn im Auge. Nach dem schnellen Sieg wird er als größter Feldherr aller Zeiten ...

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