Wahre Religion

Historischer Hintergrund

Nährboden für „Nathan der Weise“ war der Fragmentenstreit, der in den Jahren 1777-1778 zwischen Lessing und dem Hamburger Hauptpastor Johann Melchior Goeze ausgefochten wurde, nachdem Lessing die Schriften des aufgeklärten Orientalisten Hermann Samuel Reimarus (1694-1768) herausgegeben hatte. In diesen wurde der Wahrheitsanspruch der Bibel angezweifelt. Der öffentliche Konflikt zwischen Goeze und Lessing geht so weit, dass es Lessing am 13.07.1778 per Zensurerlass verboten wird, sich zu diesem Thema zu äußern. Lessing wird nun klar, dass er den Schauplatz ändern muss, um seine Meinung äußern zu können. Nach dem Verbot schreibt er einer Freundin: „Ich muss versuchen, ob man mich auf meiner alten Kanzel, auf dem Theater, wenigstens noch ungestört will predigen lassen.“ Lessing verwendet 1779 die Bühne als neues Publikationsmittel für sein Ideendrama „Nathan der Weise“, eine Art Glaubensbekenntnis, das den Wahrheitsanspruch der Religionen und die Toleranz fordert. Aufgrund des Publikationsverbotes versteckt Lessing seine religiöse Botschaft in der Ringparabel.

Verwandtschaft und Liebe

Das zentrale Thema der Ringparabel sind die drei Religionen Christentum, Judentum und Islam. Die Frage lautet, welche dieser drei Glaubensrichtungen die beste ist. Lessing lässt den Richter für sich antworten: Schlussendlich kann dies keiner von seiner Religion behaupten.

Die Ringparabel enthält eine lehrhafte und moralische Botschaft. Das Geschehen (Bildebene) hat eine symbolische Bedeutung für den...

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