Emilia

Emilia Galotti ist die Tochter von Odoardo und Claudia Galotti. Sie besucht regelmäßig die Messe und legt viel Wert darauf, ihre Gottverbundenheit zu zeigen. Sie ist religiös, fromm und tugendhaft. Nun soll sie mit dem Grafen Appiani verheiratet werden.

Sie scheint an Zufälle zu glauben. Nichtsdestotrotz spricht sie selbst davon, niemandem untergeben zu sein: „als ob wir, wir keinen Willen hätten“ (S. 83). Dies steht aber deutlich im Gegensatz zu ihrem eigenen Handeln, welches sie streng nach gesellschaftlichen Prinzipien, die sie adaptiert hat, ausrichtet. In der Szene, in welcher sie die Perlen ihrer Kette mit Tränen vergleicht, ist Emilias Aberglauben zu erkennen.

Emilia ist jung und hat noch Bedarf an festen Strukturen und Ordnungen. Sie hat eine starke Verbindung zu ihrem Elternhaus, besonders zu ihrer Mutter Claudia. Diese bietet ihr Sicherheit, Geborgenheit und Schutz und stellt für sie eine Vertrauens- und Leitfigur dar. Emilia verlässt sich zum Beispiel auf den Rat ihrer Mutter: „Ich habe keinen Willen gegen den Ihrigen“ (S. 32). Sie bringt damit zum Ausdruck, dass ihr die Meinung ihrer Familie wichtig ist. Sie unterwirft sich dabei dem Willen ihrer Mutter, anstatt ihre eigenen Entscheidungen zu treffen.

Sie ist besorgt um den Verbleib ihrer Mutter nach dem Überfall auf die Hochzeitskutsche und stellt deren Überleben und Tod in eine enge Verbindung zu sich selbst. Sollte ihre Mutter verstorben sein, so sieht auch Emilia keinen Grund, weshalb sie weiterleben sollte. Sie zieht keine klare Grenze zwischen der eigenen Existenz und der ihrer Familienangehörigen. Ihr eigenes Glück ist somit unmittelbar verbunden mit dem ihrer nahen Verwandten.

Zusätzlich ist sie d...

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