Gotthold Ephraim Lessing

Gotthold Ephraim Lessing wird am 22. Januar 1729 in Sachsen geboren. Er stammt aus einer Pastorenfamilie und ist das dritte von insgesamt zwölf Kindern. Im Jahr 1746 beginnt er mit dem Studium der Theologie in Leipzig, interessiert sich allerdings mehr für Medizin, Kunst und Literatur.

Im Jahr 1748 wird sein Lustspiel „Der junge Gelehrte“ uraufgeführt. Aus finanziellen Gründen zieht er im selben Jahr nach Berlin und ist dort als freier Journalist tätig. Er verfasst unter anderem Rezensionen zu wissenschaftlichen und literarischen Veröffentlichungen und beendet im Jahr 1752 sein Medizinstudium. Drei Jahre später wird sein erstes bürgerliches Trauerspiel „Miss Sara Sampson“ veröffentlicht und zum ersten Mal aufgeführt.

1767 zieht er nach Hamburg und ist als Dramaturg am neugegründeten Deutschen Nationaltheater tätig. Der Gedanke hinter diesem Nationaltheater ist der Wille, sich vom Wandertheater zu entfernen und ein Theater an einem festen Standort zu etablieren. Lessing ist maßgeblich an diesem neuen Theaterexperiment beteiligt. Sein neuestes Stück „Minna von Barnhelm“ wird hier aufgeführt. Das Projekt scheitert jedoch nach einem Jahr aus Gründen der Finanzierung.

1770 übernimmt Lessing dann die Leitung der Stadtbibliothek in Wolfenbüttel. Diese Stellung ist zwar für Lessing keine große intellektuelle Herausforderung, doch sie lässt ihm genug Zeit, um weiterhin als Schriftsteller tätig zu sein. 1772 wird sein Werk „Emilia Galotti“ uraufgeführt.

1779 wird das Drama „Nathan der Weise“ veröffentlicht, dessen Uraufführung in Berlin 1783 Lessing aber nicht miterlebt. Seine letzten Stücke sind  „Ernst und Falk“ und „Die Erziehung des Menschengeschlechts“.

Gotthold Ephraim Lessing verstirbt 1781 im Alter von zweiundfünfzig Jahren an einem Schlagfanfall bei einem Besuch in Braunschweig.

Lessings Leben ist vor allem durch ständige Geldsorgen geprägt, die sich auch aus dem Scheitern einiger Projekte, an denen er beteiligt ist, ergeben. Sein Wunsch, als freier Schriftsteller tätig zu sein und damit auch seinen Lebensunterhalt verdienen zu können, lässt sich zu seiner Zeit nicht erfüllen. Auch der Verlust seiner Ehefrau im Jahr 1778 und der Tod seines jungen Sohnes treffen ihn schwer: „Ich wollte es auch einmal so gut haben wie andere Menschen. Aber es ist mir schlecht bekommen“, schrieb Lessing in einem Brief im Dezember 1777 an seinen Freund Theodor Eschenburg.

Dessen ungeachtet gilt Lessing als einer der bedeutendsten Dichter der Aufklärung. Sein Werk schafft wesentliche Voraussetzungen für die Entwicklung der klassischen bürgerlichen deutschen Literatur. In seinen Stücken und theoretischen Schriften hat er sich besonders mit dem Toleranzgedanken und der Vernunft auseinandergesetzt. Er hat einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung des deutschen Theaters geleistet.