Zusammenfassung

In der Novelle „Romeo und Julia auf dem Dorfe“ greift Gottfried Keller auf den Stoff der berühmten Tragödie Shakespeares zurück, verlegt die Handlung aber in das dörflich-bäuerliche Milieu des 19. Jahrhunderts.

Die Novelle beginnt mit einer Erzähleransprache, in welcher der Erzähler seine Absichten darlegt und seine Vorgehensweise, insbesondere den Rückgriff auf den alten Dramenstoff, rechtfertigt. Die eigentliche Novellenhandlung beginnt dann mit der Beschreibung des Handlungsorts, einem idyllischen Dorf in der Nähe der kleinen Stadt Seldwyla, und einer ersten Charakterisierung der vierzigjährigen Bauern Manz und Marti.

Die beiden Landwirte erweisen sich zwar einerseits als tüchtig und ordentlich, andererseits sind sie aber auch durch eine charakterliche Schwäche gekennzeichnet, denn sie verhelfen dem Erben des verwilderten Ackers, der zwischen ihren Feldern liegt, nicht zu seinem Recht, sondern bereichern sich stattdessen selbst an dem fremden Grund und Boden. Ihre beiden Kinder, die fünfjährige Vreni und der siebenjährige Sali, werden als gute Spielkameraden eingeführt, deren grausames Spiel mit der Puppe aber auch Vorzeichen auf ihr tragisches Ende beinhaltet.

Nach drei Jahren, in denen die Bauern ihr Vermögen vermehren und in wechselseitigem Einvernehmen weiterhin Landraub begehen, ersteigert Manz schließlich den bislang herrenlosen Acker. Sein Bestehen auf der Begradigung eines von Marti in den Acker geschnittenen Dreiecks führt dann jedoch nicht nur zu einem unerbittlichen Streit zwischen den Bauern, sondern auch zu ihrem völligen finanziellen und moralischen Niedergang.

Innerhalb von z...

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