Gesellschaftskritik

Soziale Vereinsamung der zwei Bauern

Der Liebesverbindung zwischen Vreni und Sali stellt sich ein soziales und gesellschaftliches Hindernis entgegen, das mit der Feindschaft ihrer Väter eng zusammenhängt: ihre aus dem väterlichen Streit resultierende Armut. Demzufolge sind ihnen strikte Ehebeschränkungen (siehe Epoche: „Zeitgeschichtlicher Hintergrund“) auferlegt, die es ihnen unmöglich machen, ihre Liebesbeziehung in rechtliche Bahnen zu lenken.

Der soziale Niedergang macht die beiden Bauernfamilien Stück für Stück zu Außenseitern der Gesellschaft. Der Prozess der sozialen Vereinsamung beginnt mit dem illegalen Landraub: „Denn obgleich diese […] nichts weiter getan hatten als was zwei Drittel der übrigen unter diesen Umständen auch getan haben würde, so sah man sie doch jetzt stillschweigend darum an“ (S. 12).

Der soziale Verfall steigert sich mit der Verschuldung der Bauern, die letztlich zum Verkauf von Manzʼ Hof führt (siehe Abschnitt: „Konkurrenzkampf und Neid“). Statt Bedauern und Mitgefühl erntet Manz dafür vonseiten der Gesellschaft nur spöttisches Interesse: „Die Leute traten eilfertig unter die Fenster und vor die Häuser […] und machten mit ihrer Seldwyler Überlegenheit mitleidig spöttische Gesichter“ (S. 22).

Manz erlebt auch lauernde Blicke, als er in Seldwyla einen heruntergekommenen Gasthof erwirbt: „da die Nachbarn den bösen Wirt […] angafften“ (S. 24). Auch die rar gesäten Gäste seiner armseligen Gaststätte kommen nur aus von Schadenfreude getriebener Neugier und sind überdies der gesellschaftlich untersten Schicht zuzurechnen: „Seldwyler von der schlechtesten Sorte“ (S. 24).

Vollends zum Außenseiter ...

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