Poesie und Ironie

Gottfried Keller greift mit dem Romeo-und-Julia-Stoff zwar einerseits auf eine zeitlose, „tief im Menschenleben“ (S. 3) wurzelnde Thematik zurück, andererseits wird diese aber auch von ihm in den zeitgeschichtlichen Kontext der eigenen Epoche eingebettet. Neben diesem Zusammenspiel von Zeitlosigkeit und Zeitgeschichte ist überdies eine Verbindung von Realität und poetischer Überformung auszumachen, wie sie für Kellers Werk insgesamt als charakteristisch betrachtet werden kann.

Jene Verbindung kommt dadurch zustande, dass Keller seine Novelle in einem Dorf nahe des kleinen Städtchens Seldwyla spielen lässt, das er in dem Vorwort des Novellenbandes „Die Leute von Seldwyla“ als idyllischen Ort „irgendwo in der Schweiz“ kennzeichnet. Allerdings erweist sich diese Charakterisieru...

Der Text oben ist nur ein Auszug. Nur Abonnenten haben Zugang zu dem ganzen Textinhalt.

Erhalte Zugang zum vollständigen E-Book.

Als Abonnent von Lektürehilfe.de erhalten Sie Zugang zu allen E-Books.

Erhalte Zugang für nur 5,99 Euro pro Monat

Schon registriert als Abonnent? Bitte einloggen