Gewinnmaximierung und Konkurrenzkampf

Gottfried Keller porträtiert in seinen Seldwyler Novellen das bäuerlich-kleinstädtische Milieu seiner Zeit. Obwohl der Schweizer Schriftsteller dem einfachen Leben auf dem Land sehr wertschätzend gegenüberstand (siehe Kapitel „Entstehungsgeschichte der Novelle“), scheut er auch nicht davor zurück, auf bestehende Missstände hinzuweisen und sozialkritische Aspekte zu beleuchten. Denn die Zeit um 1848, in welcher die Novelle verfasst wurde, zeichnet sich durch gravierende gesellschaftspolitische Wandlungsprozesse aus, die einige positive, aber durchaus auch zahlreiche negative Folgen zeitigen.

Die Abschaffung der Zünfte und der Leibeigenschaft nach der Französischen Revolution und die damit einhergehende „Bauernbefreiung“ haben einerseits eine größere Freiheit der Landwirte zur Folge, die mit der Möglichkeit der privaten Gewinnmaximierung, aber auch mit einem immer größeren Konkurrenzdruck einhergeht. Dass die Bauern im Zuge der stetig zunehmenden Besitzgier nach einer Steigerung ihrer Erträge streben und sich dabei auch gelegentlich illegaler Mittel bedienen, zeigt sich in Kellers realistischer Schilderung der bäue...

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