Epoche

In dem Dokument „Epoche“ werden die wichtigsten zeitgeschichtlichen Hintergründe dargelegt, die zu dem besseren Verständnis der Novelle Romeo und Julia auf dem Dorfe beitragen. Da Keller mit seiner Thematik einerseits auf Shakespeares Drama „Romeo und Julia“ zurückgegriffen, den Stoff aber zugleich in das bäuerliche Milieu des 19. Jahrhunderts verlegt hat, soll zunächst die historische Situation jener Zeit, die durch Phänomene, wie Massenarmut, Verstädterung und wachsenden Konkurrenzdruck infolge der industriellen Revolution, gekennzeichnet war, im Vordergrund stehen.

Auch die zeitgenössischen Ehebeschränkungen und Heimatlosigkeit sowie die gesellschaftliche Entwicklung der Schweiz in dem 19. Jahrhundert werden  ausführlich erklärt. Diese wertwollen Information erlauben einen besseren Einblick in Salis und Vrenis Situation und Entschluss. Daraufhin werden neben der Entstehungsgeschichte der Novelle auch die autobiografischen Bezüge detailliert beleuchtet. Zudem wird die Wirkung der Novelle in der Öffentlichkeit diskutiert und untersucht, wie sie im Laufe der Zeit bewertet wurde.

Im Anschluss daran folgen weiterführende Informationen über den literarischen Hintergrund, indem Kellers Erzählung in der literarischen Epoche des Poetischen Realismus verortet wird. Gottfried Keller beabsichtigt keine ungeschönte Wiedergabe der Realität, sondern kleidet die wirklichkeits- und detailtreue Darstellung der tragischen Ereignisse in eine einfache und von starker Bildhaftigkeit geprägte Sprache. Die Gattungsmerkmale der Novelle und die Merkmale der Novelle im Text werden anschließend erläutert.

Shakespeares bekanntes Drama „Romeo und Julia“ (1595) und Gottfrieds Kellers Novelle Romeo und Julia auf dem Dorfe (1875) werden abschließend miteinander verglichen, wobei die zentralen Bezugspunkte sowie die charakteristischen Unterschiede zwischen Drama und Novelle einander gegenübergestellt werden.