Sali

Scham, Kummer und Zukunftsglaube

Salomon, in der Novelle nahezu ausschließlich Sali genannt, ist der einzige Sohn des Bauern Manz, der zunächst als „gesund[er] und munter[er]“ Junge mit „sehr hübsche[n] Augen“ (S. 5) heranwächst und sich schließlich zu einem „hübsche[n] und kräftige[n] junge[n] Bursche[n]“ (S. 19) entwickelt. Die liebste Spielkameradin seiner Kindheit ist Vreni, die Tochter des Bauern Marti, die auf dem Nachbarhof lebt.

Durch die Feindschaft zwischen seinem Vater und Vrenis Vater und die Verschuldung seines Vaters wird Salis Leben jedoch jäh aus seinen Fugen gerissen: Der finanzielle Niedergang und die unehrenhafte Statusentwicklung seines Vaters wecken in ihm des Öfteren „Scham und Kummer“ (S. 19), die allerdings durch die „Schmeichelei“ seiner Mutter, die ihn verwöhnt und ihm jede erdenkliche Freiheit einräumt, immer wieder „betäubt“ (S. 19) werden.

Grundsätzlich kann Sali sich jedoch des schlechten Einflusses seiner Eltern erwehren und „im Ganzen einfach, ruhig und leidlich tüchtig“ (S. 20) sein Leben gestalten. Wirklich glücklich oder „froh“ (S. 20) kann er hingegen nicht werden – vor allem deshalb nicht, weil er „nichts Rechtes vor sich hatte und ebenso wenig etwas Rechtes lernte“ (S. 20) und er damit einer sehr ungewissen Zukunft entgegengeht. Dieser immer wieder ihm aufbrechenden Zukunftsangst begegnet Sali jedoch mit Stolz und einem gewissen Maß an Trotz, indem er sich darum bemüht, „die Augen von der Zukunft“ (S. 20) abzuwenden.

Liebe und Unglück

Gleichzeitig lässt er sich trotz seiner Abgrenzung von dem fragwürdigen elterlichen Einfluss zumindest aber doch von einem Zwang vereinnahmen: dem Hass seines Vaters gegenüber der Familie Marti. Obwohl er die eigentliche Ursache des Streits gar nicht kennt, beginnt auch er damit, „weder den Marti noch seine Tochter anzusehen“ und sich beide als „angehenden, doch ziemlich zahmen Feind“ (S. 20) vorzustellen; diese Einflussnahme geht jedoch nicht so weit, dass ihm auch das Andenken an seine ehemalige Spielkameradin wirklich verhasst wäre (S. 21).

Völlig gibt Sali seine inneren Widerstände aber erst bei dem zufälligen Wiedersehen mit der inzwisc...

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