Marti

Streit und Ehre

Der zu Beginn der Novelle vierzigjährige Marti ist verheiratet und hat eine Tochter. Mit seiner kleinen Familie lebt er auf einem recht stattlichen Hof mit einem großen Acker, den er fleißig und gewissenhaft bewirtschaftet. Wie bereits bei der Charakterisierung des Bauern Manz gesehen, gleicht Martis äußeres Erscheinungsbild dem seines Nachbarn und späteren Kontrahenten sehr stark (S. 3f.). Zum einen werden auf diese Weise die Auswechselbarkeit und das prototypische Verhalten der beiden Männer sinnbildlich vor Augen geführt; zum anderen verdeutlicht ihre Harmonie suggerierende Ähnlichkeit die Absurdität ihres immer weiter ausartenden Streits, der beide in den moralischen und finanziellen Ruin treibt (siehe Charakterisierung Marti).

An diesem Verfall trägt Marti ebenso Schuld wie sein Kontrahent Manz: Macht er sich bereits zu Beginn der Novelle des gemeinschaftlichen Landraubs schuldig (S. 11), so weigert er sich nach der Ersteigerung des bislang „herrenlosen“ Ackers durch seinen Rivalen, seinen mutwillig in den Acker geschnittenen „Schnörkel“ (S. 13) wieder zu beseitigen: „mich geniert das Krumme gar nicht; ärgert es dich, gut, so machen wir es grad, aber nicht auf meiner Seite, darauf kannst du Gift nehmen“ (S. 13).

Nachdem Manz den Acker erworben hat und auf dem „streitigen Dreieck“ (S. 15) die abgeräumten Steine des neu erstandenen Ackers deponiert hat, gerät Marti in unkontrollierbare „W...

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