Manz

Der tüchtige Landwirt

Der Bauer Manz ist verheiratet und Vater seines Sohnes Sali. Wie sein Nachbar und späterer Erzfeind Marti besitzt er einen Hof und einen großen Acker, den er zunächst fleißig und ordentlich bewirtschaftet. Damit zählt er zusammen mit Marti zu „den besten Bauern des Dorfes“ (S. 12) und repräsentiert das Bild eines „festen, klugen und ruhigen Bauers“ (S. 19), der tüchtig arbeitet, um sich und seiner Familie einen gewissen Wohlstand zu sichern.

Bei der Beschreibung des Aussehens der zu Beginn der Novelle „ungefähr vierzig Jahre“ (S. 3) alten Bauern Manz und Marti sticht zunächst ihr nahezu identisches äußeres Erscheinungsbild ins Auge: Beide sind „knochige Männer […] und verkündeten auf den ersten Blick den sichern, gutbesorgten Bauersmann“ (S. 3). Auch in der Kleidung (Zipfelkappen, Zwillichhosen, grobe Hemdärmel), Gestik und Mimik scheinen sich die beiden Männer zum Verwechseln ähnlich zu sein (S. 3f.). Demzufolge stellt der Erzähler letztlich auch zusammenfassend fest: „So glichen sie einander vollkommen in einiger Entfernung“ (S. 4). Die Ähnlichkeit zwischen den beiden Männern wird überdies durch den hervorgerufenen Gleichklang ihrer Namen und durch die Alliteration[1]: Manz und Marti besonders betont.

Schuldverstrickung durch Habsucht

Zunächst pflegen die beiden Bauer denn auch einen freundschaftlichen Umgang miteinander: Sie nehmen während der Erntepausen gemeinsam ihr Frühstück ein (S. 5) und offenbaren in ihrer Unterhaltung auch sehr ähnlich gelagerte Ansichten. Diese zeugen dabei nicht nur von einer gewissen geistigen Beschränktheit, sondern offenbaren zudem ein unredliches und unehrliches Verhalten, über das sie sich gegenseitig hinwegtäuschen wollen.

Obwohl Manz und Marti wissen, dass es sich bei dem schwarzen Geiger um den rechtmäßigen Erben des inzwischen völlig verwilderten Ackers handelt, der ihre beiden Äcker voneinander trennt, sind sie nicht willens, diesem zu seinem Besitz zu verhelfen: „Haben sich seine Eltern einmal unter die Heimatlosen begeben, so mag er auch dableiben und dem Kesselvolk sein Geiglein streichen. Wie in aller Welt können wir wissen, dass er des Trompeters Sohnessohn ist? Was mich betrifft, wenn ich den Alten auch in dem dunklen Gesicht vollkommen zu erkennen glaube, so sage ich: irren ist menschlich“ (S. 6f.).

Diesbezüglich verschleiert Manz, der als Erster das Gespräch auf den brachliegenden Acker lenkt, seine Besitzinteressen zunächst mithilfe seines Ordnungssinns: „Schad ist es aber doch, dass der gute Boden so daliegen muss, es ist nicht zum Ansehen“ (S. 6). In den nächsten Jahren allerdings bricht sich seine Habsucht immer mehr Bahn, sodass er schließlich dazu übergeht, den mittleren „herrenlosen Acker“ (S. 11) teilweise mit zu bewirtschaften und sich damit des Landraubs schuldig zu machen.

Da Marti seinerseits genauso verfährt und das an seinen Acker angrenzende mittlere Ackerstück zu nutzen beginnt, werden sie zu Komplizen und tolerieren wechselseitig ihr unrechtmäßiges Verhalten: „Mit jedem Pflügen verlor er [der Acker] hüben und drüben eine Furche, ohne dass ein Wort...

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