Sprache

Realismus und Einfachheit

Die Sprache der Novelle Romeo und Julia auf dem Dorfe zeichnet sich – ganz im Sinne des Poetischen Realismus – in erster Linie durch ein hohes Maß an Wirklichkeitstreue und Einfachheit aus: Sie ist ungekünstelt und natürlich und bildet demnach eine Art Gegenpol zu der stilisierten Sprache der Weimarer Klassik. Diese Schlichtheit der Sprache passt sehr gut zu Kellers mit Vorliebe in einer ländlichen Gegend spielenden Erzählungen, welche die Urtümlichkeit und Einfachheit des Landlebens realistisch widerspiegeln.

In der Erzählung werden sowohl das bescheidende Leben auf dem Dorf als auch das triste Dasein in der Kleinstadt, das die Familie Manz nach dem Erwerb des Gasthauses fristet, wirklichkeitsnah und lebensecht gezeichnet. Beispielsweise wird der „traurige[…] Gasthof“ (S. 22), der sich letztlich als „vollkommene Räuberhöhle“ entpuppt, auf sehr anschauliche Weise skizziert: „Die Wände waren schlecht geweißtes, feuchtes Mauerwerk, außer der dunklen, unfreundlichen Gaststube mit ihren ehemals blutroten Tischchen waren nur noch ein paar schlechte Kämmerchen da, und überall hatte der ausgezogene Vorgänger den trostlosesten Schmutz und Kehricht zurückgelassen“ (S. 23).

Dialektale Sprachfärbung

Im Zuge der wirklichkeitsgetreuen Darstellung finden sich in Gottfried Kellers Novelle auch einige mundartliche Einschübe. Der Autor stand zwar – im Gegensatz zur Epoche des Naturalismus, i...

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