Farbsymbolik

Die Farben werden in Gottfried Kellers Novelle Romeo und Julia auf dem Dorfe symbolisch aufgeladen. 

Rot

Die Farbe Rot ist ziemlich ambivalent zu deuten: Einerseits ist Rot die Farbe der Liebe, was in der Novelle an verschiedenen Stellen deutlich wird.  Schon die Puppe wird zu Beginn der Erzählung mit einer roten Mohnblumenhaube und einem Gürtel aus roten Beeren verschönt (S. 7). Vreni selbst schmückt sich später bei ihrem ersten Treffen mit Sali auf dem Acker mit einem „Kranz von Mohnrosen“ (S. 40). Bei ihrem letzten Treffen schließlich schenkt Sali seiner Geliebten Schuhe, die mit „roten wollenen Schleifen“ (S. 53) verziert sind. Er selbst trägt ein Mailänder Halstuch mit einem roten Rand (S. 51), während sich über Vrenis wegen des Kummers der letzten Wochen fast schon durchsichtig erscheinendes Gesicht durch die „Liebe und die Freude ein Rot um das andere“ (S. 52) ergießt.

Die Farbe Rot wird aber auch mit Blut und unkontrollierter Leidenschaft assoziiert und gewinnt dadurch einen fast schon gewalttätigen Ausdruck. Vreni wird der „Kranz von Mohnrosen“ von ihrem zornigen Vater wenig später vom Kopf geschlagen (S. 42f.), was wiederum die verzweifelte und verhängnisvolle Notwehrreaktion Salis auslöst. Auch die Tische in dem sich als dunkle „Räuberhöhle“ entpuppenden Gasthof, der sinnbildlich für den finanziellen und moralischen Niedergang des Bauern Manz steht, waren „ehemals blutrot[…]“ (S. 23) eingefärbt.

Zudem findet der beängstigende Auftritt des schwarzen Geigers auf dem inzwischen mit einer „zahllose[n] Menge von Mohnblumen oder Klatschrosen“ bew...

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