Erzählweise und Erzählperspektive

Der auktoriale Erzähler

Der Erzähler der Novelle Romeo und Julia auf dem Dorfe ist nicht Teil der erzählten Welt und erscheint daher auch nicht als Figur in der Geschichte. Damit handelt es sich um einen nicht-diegetischen Erzähler. Zwar stellt sich der Erzähler selbst nicht explizit vor, dennoch kann er insofern als offener Erzähler charakterisiert werden, als er durch die direkte Ansprache in der Exposition dem Leser seine Intention für das Erzählen der Geschichte mitteilt.

Die Perspektive, die der Erzähler einnimmt, ist nicht an eine bestimmte Figur gebunden. Vielmehr nimmt er eine allwissende Position ein, weshalb er als auktorialer Erzähler betrachtet werden kann. Damit ist er über alle vergangenen, gegenwärtigen und künftigen Ereignisse informiert und kann dementsprechend den chronologischen Gang der Erzählung durch Vor- und Rückblenden durchbrechen, zum Beispiel durch symbolhafte Vorausdeutungen, wie das lebendige Begraben der Puppe zu Beginn der Novelle.

Außerdem kennt der altwissende Erzähler die Gedanken und Gefühle aller handelnden Figuren, zum Beispiel von Manz und Marti (S. 15f.), von Manzʼ Frau (S. 21), von Sali (S. 31f.) und Vreni (S. 20), und ist jederzeit dazu in der Lage, die Perspektiven zu wechseln und das Geschehen zu kommentieren und zu bewerten.

Leseransprachen und eigene Meinung

Die ...

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