Neid und Liebe

Wenzel Strapinski kehrt als armer Schneider in Goldach ein, wird jedoch aufgrund seiner edlen Kleidung für einen polnischen Grafen gehalten. Diese Identität erregt sofort die Aufmerksamkeit der Amtsratstochter Nettchen, die sich seit jeher eher für Exotisches interessiert als für die Goldacher Herren, die ihr der Reihe nach den Hof machen. In ihrem zukünftigen Mann will sie das Besondere sehen. Dabei soll er nicht nur schön und gepflegt sein, sondern am besten noch aus einem fremden Land stammen (S. 30). Der vermeintliche polnische Graf erfüllt ihre absurden Bedingungen, weswegen sie sich sogleich zu ihm hingezogen fühlt (S. 18f.).

Auch Wenzel empfindet sofort etwas für das hübsche Fräulein, was der Handlung eine Wendung geben soll: „Nun war der Geist in ihn gefahren“ (S. 26). Er tut alles, um als Graf wahrgenommen zu werden, und imponiert Nettchen damit noch mehr.

Was der Liebschaft im Wege steht, ist der „geborene Skeptiker“ Melcher Böhni (S. 16). Dieser war bereits vor Wenzel an Nettchen interessiert und scheint sich trotz ihrer Ablehnung immer noch Hoffnung auf eine mögliche Beziehung zu machen. Er ist es, der als einziger Zweifel daran hat, dass es sich bei Wenzel um einen tatsächlichen Grafen handelt. Er beobachtet ihn scharf und genau, weswegen ihm auch auffällt, dass Strapinski zerstochene Finger hat, was für einen Mann von Adel als durchaus unüblich gilt (S. 16).

Vorerst lässt Melcher Wenzel jedoch gewähren, da er keine Gefahr ...

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