Charakterisierung Wenzel

Wenzel Strapinski, der Protagonist des Werkes, ist Einzelkind und Halbwaise, da sein Vater früh verstorben ist. Bei einer reichen Gutsherrin bekommt er eines Tages die Möglichkeit, mit ihr wegzuziehen und etwas „Feines“ zu lernen. Doch seine Mutter hängt zu sehr an ihm, um Wenzel ziehen zu lassen, und leidet enorm. Aus diesem Grund entscheidet er sich für seine Mutter und dafür, mit „ihr arm zu bleiben“, und wird schließlich Schneider (S. 48). Diese Bereitschaft, sich von außen leiten zu lassen, bleibt ein Grundzug seines Charakters. So lässt er sich von den Goldacher Herrschaften die Rolle des Grafen auferlegen, von Nettchen vom Weggehen abhalten und von ihr auch schließlich dazu bestimmen, in Seldwyla zu bleiben, durch „Tätigkeit und Klugheit“ ein erfolgreicher Geschäftsmann und mehrfacher Familienvater zu werden (S. 52).

Wenzels Vater ist vor seinem Tod ein armer Schulmeister gewesen, weswegen ihm und seiner Mutter auch nur ein Leben in Armut blieb. Bevor sie geheiratet hat, arbeitete Frau Strapinski jedoch für eine reiche Gutsherrin und schaute sich allerlei Benehmen und Sitten wohlhabender Menschen ab, wodurch sie eine „feinere Art bekommen“ hatte „als die anderen Weiber des Dorfes“ (S. 48). Im Zuge dessen lernte sie auch, sich gut zu kleiden, und arbeitete nach dem Tod ihres Mannes hart, um ihr Kind zu ernähren und sich und Wenzel gute, edle Kleidung zu kaufen.

Die Vorliebe für extravagante Kleidung soll ihn für immer begleiten. Als er...

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