Charakterisierung Nettchen

Nettchen ist ebenfalls Einzelkind und Halbwaise, da ihre Mutter früh verstorben ist. Ihr Vater ist Amtsrat und möchte seine Tochter – wie zu Zeiten Gottfried Kellers üblich – mit einem angesehenen Bürger verheiraten. Sie entwickelt jedoch schon früh eigene Vorstellungen hinsichtlich ihres künftigen Ehemannes. Dieser soll vor allem fremder Herkunft sein, die Anträge einheimischer Männer schlägt sie daher aus und bezeichnet die Interessenten als „Wildfänge von Goldach“. Dabei ist es vor allem der Mangel an Ehrerbietung und Zurückhaltung, den sie kritisiert (S. 30). Keller beschreibt sie als eine „schlanke, stolze und schneeweiße Gestalt“ (S. 30).

Auch Melcher Böhni hat sie bereits abgewiesen, weil sie sich jemand Besonderen zum Ehemann wünscht. Es soll am liebsten ein Italiener, Pole, Pianist oder Räuberhauptmann mit „schönen Locken“ sein (S. 30). Sie wird also als junge Frau in die Handlung eingeführt, die das Exotische liebt und nicht gewillt ist, sich den Gegebenheiten ihrer Umgebung auszuliefern. Nettchen wird als Frau skizziert, die eigene Vorstellungen hat und selbstst...

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