Sprache und Stil

Präzision und Einfachheit

Kellers Sprache innerhalb der Novelle zeichnet sich vor allem durch Präzision und Einfachheit aus. Er vermeidet alles, was überflüssig ist, und der Leser kann aus diesem Grund unmittelbar an den beschriebenen Ereignissen teilhaben. Es gibt kaum Überraschungen innerhalb des Handlungsverlaufs, die Leser sind stets durch kleine Hinweise über das zu Erwartende informiert, wie zum Beispiel über das drohende Unheil im Rahmen des Maskenballs: „Um diese Zeit geschah es, dass Herr Melcher Böhni in der letzteren Stadt Geschäfte zu besorgen hatte und daher einige Tage vor dem Winterfest in einem leichten Schlitten dahinfuhr, seine beste Zigarette rauchend; und es geschah ferner, dass die Seldwyler auf den gleichen Tag wie die Goldacher auch eine Schlittenfahrt verabredeten, nach dem gleichen Orte, und zwar eine kostümierte oder Maskenfahrt.“(S. 31).

Keller streut in die Handlung immer wieder Personenreden ein, die als retardierende Momente wirken. Der permanent nach vorn drängende Erzählfluss der Erzählerrede wird auf diese Weise unterbrochen bzw. verlangsamt. Die Rezipienten können unmittelbar an Gesprächsszenen teilnehmen. So wird ihnen ein ermöglicht, sich anhand der Dialoge ein facettenreicheres Bild der Figuren und ihrer Handlungsmotive zu machen. Die Personen charakterisieren sich folglich selbst. In der Passage, in der der Wirt des Gasthauses „Zur Waage“ seine Mitarbeiter dazu anhält, dem vermeintlichen Grafen nur das Beste aufzutischen, schildert der Wirt sich selbst als besonders geschäftstüchtig und auf seinen Ruf bedacht (S. 7).

Bildhaftigkeit

Keller folgt so dem Stilprinzip des Realismus, nämlich eine „gerein...

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