Kellers Umgang mit der Gattung Novelle

Kellers Erzählung „Kleider machen Leute“ gehört der Gattung Novelle an. An die Stelle der Hervorhebung einer Person rückt hier ein Prozess, in den ein Mensch bzw. mehrere Menschen verwickelt sind.

Der Betroffene selbst kann dabei nicht in den Prozess eingreifen. Ohne böse Absicht gerät der Schneidergeselle Wenzel Strapinski auf seiner Suche nach Arbeit und Nahrung in die Kutsche eines Grafen. Er wird vom Kutscher vor dem Gasthaus „Zur Waage“ abgesetzt und von diesem Moment an stürzen die Ereignisse nur so auf ihn ein. Sie entwickeln eine Eigendynamik, sodass er kaum auf sie reagieren kann. Wenzel wird zum Spielball und ist unfähig, steuernd in die Handlung einzugreifen.

Seit Goethe hat die Novelle ihren festen Platz in der deutschen Literatur. Ihren Höhepunkt findet sie in der nachklassischen Zeit unter Heinrich von Kleist, der ihr auch ihren formstrengen und geschlossenen Aufbau gab. Ihre häufigen...

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