Horváth und der Nationalsozialismus

Die frühen Werke

Bereits in seinen früheren Werken setzt sich Horváth für demokratische Werke ein und zieht die Aufmerksamkeit der Nationalsozialisten auf sich. In seinem Stück Sladek,der schwarze Reichswehrmann (1927), behandelt der Autor die sogenannte „Schwarze Reichswehr“, also die illegalen paramilitärischen Gruppierungen innerhalb der Weimarer Republik, die sich über die im Vertrag von Versailles festgesetzten militärischen Restriktionen durch den Aufbau einer Schattenarmee hinwegsetzen wollen. Nach der Uraufführung seines Stückes im Jahre 1929 wird das Werk in den rechtsradikalen Medien heftig kritisiert.

In seinem Stück Italienische Nacht (1931) schildert Horváth die Kämpfe zwischen Republikanern und Faschisten. Horváth ist am 1. Februar 1931 in der Kleinstadt Murnau in Südbayern Zeuge einer tatsächlichen „Saalschlacht“ zwischen Sozialdemokraten und Nationalsozialisten geworden, bei der mehrere Menschen verletzt werden, zu der er später zugunsten der Sozialdemokraten aussagen wird. Dadurch gerät der Autor erst recht in das Fadenkreuz der Nationalsozialisten. 

Der Journalist Rainer Schlösser nimmt Anstoß an der Kritik der Faschisten im Stück: „Ödön Horváth besaß die Frechheit, die Nationalsozialisten anzupöbeln. Seine ‚Italienische Nacht‘ zeichnet uns als Feiglinge, die durch ein einziges Schimpfwort seitens seiner Frau in die Flucht gejagt werden können“ und fügt noch eine Drohung hinzu: „Wird sich der Ödön...

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