Frauen- und Mädchenhandel

Frauenhandel am Ende des 19. Jahrhunderts und am Beginn des 20. Jahrhunderts

Beim Mädchenhandel handelt es sich um die Vermittlung meist minderjähriger Frauen, die zu gewerblichen sexuellen oder erotischen Diensten einem oder mehreren Kunden zugeführt werden. Oft geschieht dies gegen den Willen des jeweiligen Mädchens, weshalb auch von „weißer Sklaverei“ oder sexueller Ausbeutung die Rede ist. Vor allem seit der industriellen Revolution intensiviert sich der Verkauf von Mädchen und Frauen ins Rotlichtmilieu, weswegen sich Mitte des 19. Jahrhunderts endlich auch die Justiz der Problematik annimmt.

Da der Mädchenhandel meist grenzüberschreitend stattfindet, werden bereits ab den 1860er Jahren Abkommen zwischen mehreren europäischen Staaten ausgehandelt. Besonders stark ist Österreich-Ungarn von diesem Phänomen betroffen (vor allem in den östlichen Kronländern), sodass 1887 in Wien das erste Anti-Frauenhandel-Gesetz beschlossen wird. 1902 wird die Österreichische Liga zur Bekämpfung des Mädchenhandels gegründet

In Deutschland ist in diesem Zusammenhang die österreichisch-deutsche Frauenrechtlerin Bertha Pappenheim zu nennen, die im Rahmen zahlreicher Reisen in die östlichen Kronländer der Habsburgermonarchie aktive Aufklärungsarbeit leistet und auch Bücher darüber publiziert. 1904 wird von den meisten europäischen Staaten (später auch von den USA und Brasilien) das Abkommen über Verwaltungsmaßregeln zur Gewährung eines wirksamen Schutzes gegen den Mädchenhandel vereinba...

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