Die Rolle der Frau in den 1920er Jahren

Lohn und Wahlrecht

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts dominiert in der österreichisch-ungarischen Monarchie ein konservatives Frauenbild. Die Männer verdienen das Geld, die Frauen sind für den Haushalt und die Kindererziehung zuständig. Ab der Jahrhundertwende dürfen Frauen zwar an den Hochschulen studieren, doch bleibt diese Möglichkeit de facto einer privilegierten weiblichen Minderheit vorbehalten.

Dies alles soll sich durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges ändern. Viele Frauen übernehmen Tätigkeiten, die zuvor den Männern vorbehalten gewesen sind, da diese in den Krieg ziehen müssen. Frauen arbeiten nun an der Heimatfront, z. B. als Fabrikarbeiterinnen, als Beamtinnen, als Angestellte oder an der Front als Krankenschwestern. Für diese Frauen bedeuten ihre neuen Funktionen eine Veränderung ihrer gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Stellung. Erstmals besteht für Frauen die Möglichkeit, ein eigenes Einkommen zu verdienen und damit unabhängig von den Männern zu werden.

Diese neue Situation führt in der Folge zu einem neuen Selbstverständnis der Frau. Aufgrund ihrer Verdienste in den Kriegsjahren hoffen viele darauf, sich ihre neue Rolle erhalten zu können. Als aber die Männer aus dem Krieg zurückkehren, werden viele Frauen wieder aus ihren Berufen verdrängt. Darüber hinaus wird versucht, die alten Rollenverhältnisse wiederherzustellen. Zumindest wird mit der Gründung Deutschösterreichs am 12. November 1918 auch das allgemeine Frauenwahlrecht eingeführt. Die Frauen nehmen ihr demokratisches Recht sogleich in Anspr...

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