Der Rittmeister

Nostalgisch, altmodisch und regelmäßig

Seit dem Zusammenbruch der österreichisch-ungarischen Monarchie im Jahre 1918 ist der Rittmeister pensioniert. Sein Name wird im Stück nicht erwähnt. Er lässt sich stets mit seinem militärischen Rang ansprechen. Der Erste Weltkrieg hat ihm nicht lange genug gedauert: „Wenn der Krieg nur vierzehn Tage länger gedauert hätt, dann hätt ich heut meine Majorspension“ (S. 16). Im Verhalten, in den Manieren und in der Sprache des Rittmeisters setzt sich die untergegangene Monarchie fort. Valerie grüßt er etwa immer mit der Phrase „Küss die Hand!“ (S. 16).

Der Alltag des Rittmeisters scheint immer derselbe zu sein: Er geht durch die stille Straße im achten Bezirk, unterhält sich mit Oskar und lobt dessen Blutwurst: „Kompliment! First class!“ (S. 14). Danach sucht er Valerie in ihrer Trafik auf und widmet sich der Lotterie. Gewonnen hat er jedoch noch nie etwas. Besonders religiös scheint er nicht zu sein. Seinen Antworten zu den Fragen nach der Herkunft der Menschen (S. 76) und nach der Existenz des Himmels (S. 88) bleiben stets sehr vage.

Mit dem Jurastudenten Erich, der später bei Valerie wohnt, gerät der Rittmeister deshalb in einen Streit, we...

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