Alfred

Spieler, Frauenheld und begabter Redner

Ursprünglich aus der Wachau stammend, lebt Alfred Zentner am Beginn der 1930er Jahre in Wien. Sein Alter wird im Text nicht präzisiert, aber er ist wahrscheinlich zwischen zwanzig und vierzig Jahre alt, nachdem er am Anfang des Dramas eine Affäre mit der deutlich älteren Fünfzigerin Trafikantin Valerie hat, die er als eine „ältere Dame“ schildert.

Der leichtlebige Alfred hat bei einer Bank gearbeitet, aber er hat sein Job aufgrund der damaligen Wirtschaftskrise verloren bzw. aufgegeben und er erzählt, er habe sich „selbständig gemacht“ (S. 8). Was er genau macht, erklärt der junge Mann seiner Mutter gegenüber nur in Andeutungen: „Ich taug nicht zum Beamten, das bietet nämlich keine Entfaltungsmöglichkeiten. Die Arbeit im alten Sinne rentiert sich nicht mehr. Wer heutzutage vorwärtskommen will, muß mit der Arbeit der anderen arbeiten“ (S. 8). Er spricht von „Finanzierungsgeschäften“ (S. 8) und verheimlicht damit, dass er sich sein Geld mit Wetten auf Pferderennen verdient.

Zu Beginn des Dramas ist Alfred zu Besuch bei seiner Mutter und seiner Großmutter in der Wachau. Sein Freund, der Ferdinand Hierlinger, und die Trafikantin Valerie haben ihn begleitet. Schon in der ersten Szene werden Alfreds Unehrlichkeit, Falschheit und Verlogenheit zur Schau gestellt. Valerie präsentiert er seiner Mutter scheinheilig als eine „ältere Dame“, mit welcher er „nichts […] zu tun“ habe (S. 9), obwohl er mit ihr eine Beziehung unterhält.

Kurze Zeit später, als er mit Valerie allein ist, beschuldigt sie ihn, sie betrogen zu haben, und konfrontiert ihn damit, dass er mit ihrem Geld auf Pferde wettet, aber die Gewinne nicht immer fair mit ihr teilt (S. 11). Sie muss ihre Aussage anhand einer Zeitung legitimieren, damit Alfred nicht alles abstreiten kann. Auch als seine Großmutter kurze Zeit später ihn darauf aufmerksam macht, dass er ihr noch Geld schulde, antwortet er, dass er nicht über den Betrag verfüge, obwohl er gerade Geld beim Wetten gewonnen hat. In beide Situationen kann sich der geschickte und begabte Redner Alfred geschickt herausreden.

Der Chauvinist erklärt, dass er sich wünscht, nicht von einer Frau abhängig zu sein: „Ich bin kein Politiker, aber glauben Sie mir: auch die finanzielle Abhängigkeit des Mannes von der Frau führt zu nichts Gutem. Das sind halt so Naturgesetze“ (S. 26), aber er lässt sich paradoxerweise und opportunistisch von der wohlhabenden Witwe Valerie finanziell aushalten.

Ende des

...

Der Text oben ist nur ein Auszug. Nur Abonnenten haben Zugang zu dem ganzen Textinhalt.

Erhalte Zugang zum vollständigen E-Book.

Als Abonnent von Lektürehilfe.de erhalten Sie Zugang zu allen E-Books.

Erhalte Zugang für nur 5,99 Euro pro Monat

Schon registriert als Abonnent? Bitte einloggen