Hoffmann

Der opportunische Ingenieur

Ingenieur Hoffmann wird von Gerhart Hauptmann wie folgt beschrieben: „Er kleidet sich nach der neusten Mode, ist elegant frisiert, trägt kostbare Ringe, Brilliantknöpfe im Vorhemd und Berloques[1] an der Uhrkette. Kopfhaar und Schnurrbart schwarz, der letztere sehr üppig, äußerst sorgfältig gepflegt. Gesicht spitz, vogelartig. Ausdruck verschwommen, Augen schwarz, lebhaft und zuweilen unruhig“ (S. 8).

Zwischen der dekorativen Außenseite Hoffmanns und seinem verschwommenen, unruhigen Innenleben besteht offensichtlich eine Spannung bzw. wird ein innerer Bruch sichtbar. Vor einigen Jahren war Hoffmann, so erfährt der Leser, gemeinsam mit Loth an einem sozialistischen Reformprojekt beteiligt. Später jedoch entwickelte er sich zu einem erfolgreichen Geschäftsmann, der sich den Machtstrukturen und den wirtschaftlichen Entwicklungen des Kaiserreichs angepasst hat und aus diesem Grund erfolgreich ist.

Loth gegenüber bestätigt Hoffmann, dass er das opportunistische Profitstreben und die politische Indifferenz durchaus nicht als etwas Negatives empfindet: „Na ich meine eben, sieh mich an! Ich habe die Hände frei: ich könnte nu schon anfangen, was für die Ideale zu tun. - Ich kann wohl sagen, mein praktisches Programm ist fast schon durchgeführt. Aber ihr immer mit leeren Händen...was wollt ihr denn machen?“ (S. 15).

Ho...

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