Das vertauschte Kind

Der Konflikt

Im dritten Akt kommt es zu einer Konfliktsituation, in der sowohl die Piperkarcka als auch Frau Knobbe Anspruch auf das kleine Kind erheben, das in der Wohnung der Frau John aufgefunden wurde. Am Tag zuvor (Ende 2. Akt) hat die Piperkarcka Frau John aufgesucht, um ihr mitzuteilen, dass sie die Geburt ihres Kindes auf dem Standesamt angezeigt und Frau John als Pflegemutter angegeben hat (S. 43). Der Grund dafür ist, dass sie so einen Rechtsanspruch auf eine Unterstützung ihres ehemaligen Geliebten erhält und dieser sie heiraten muss (S. 43: „Soll nich nachjeben! Muss mir heiraten. Auch Standesbeamte gab mir Rat.“).

 Außerdem vermeidet sie dadurch eine Gefängnisstrafe wegen einer nicht gemeldeten Geburt (S. 43: „Ich soll woll Jefängnis komm?“). Sie kündigt Frau John an, dass sie „morjen Nachmittag fünf“ (S. 43) zu Hause sein soll, da sie mit einem Pfleger der Gemeinde vorbeikommen wird. Nachdem die Piperkarcka sie verlassen hat, ist Frau John wie paralysiert, sodass Selma Angst hat, dass sie sich mit dem Brotmesser schneidet (S. 44). Frau John röchelt und muss sich festhalten, um nicht umzufallen. Dies ist das Ende des zweiten Aktes.

Das ungepflegte Kind

Der dritte Akt beginnt mit der Darstellung des Unterrichts von Direktor Hassenreuter auf dem Dachboden der Mietskaserne am folgenden Tag. Nach einigen Unterbrechungen erscheint plötzlich Spitta zusammen mit der Piperkarcka und Frau Kielbacke, die einen Säugling auf dem Arm trägt. Die beiden Frauen suchen Frau John, die nicht in ihrer Wohnung anzutreffen ist (S. 59). Diese hat das Kind in ihrer Wohnung zurückgelassen, zusammen mit einem Zettel mit der Angabe, dass Frau John auf dem Dachboden arbeitet (S. 60).

Die Piperkarcka und Frau Kielbacke erklären Direktor Hassenreuter, dass dies nicht das leibliche Kind von Frau John ist, sondern ein Pflegekind. Die Piperkarcka ist sehr bestürzt, wie schlecht es dem Kind geht (S. 60: „Hat mein Kindchen in Flege jehabt. Is`Herr von die Stadt jekommen, hat jesacht, dass Kindchen in schlechte Hände, verwahrlost is. Hat mich mein Kindeken zujrunde jerichtet.“). Dies steht in starkem Kontrast zu der Information aus dem zweiten Akt, dass das Kind bei Frau John sehr gut gepflegt und ernährt wird, wovon sich Familie Hassenreuter bereits überzeugen konnte (S. 31: „Et hat jenau acht Pfund und zehn Jramm jewogen.“).

Da...

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