Frau Johns Mutterschaft

Frau Johns erstes Kind

Der Konflikt um die Mutterschaft wird im Theaterstück durch drei verschiedene Personen repräsentiert und ausgetragen: Frau John, Pauline Piperkarcka und Frau Knobbe. Alle drei Frauen haben ihre ganz eigene Art und Weise, mit ihrer Mutterschaft umzugehen. Frau John ist durch psychische Schäden aufgrund des frühen Todes ihres ersten Kindes gekennzeichnet.

An drei Stellen des Theaterstücks zeigen sich diese Störungen recht deutlich. Das erste Mal, dass sie deutliche Anzeichen einer geistigen Verwirrung zeigt, betrifft den Zeitpunkt, zu dem sie zusammen mit Quaquaro wieder vom Dachboden heruntersteigt. Dort wurden alte Laken mit Blut verschmiert gefunden, die von der Geburt des Kindes der Piperkarcka stammen, wo von Frau John aber nichts berichtet. Sie wird aber bei diesem Anblick an ihr eigens verstorbenes Kind erinnert und verteidigt ihre Ehre als Mutter: „Wo Adelbertchen zur Welt kam ... wo Adelbertchen jestorben war ... der soll ma komm und soll mir sachen, wat eene richtije Mutter is [...]“ (S. 52). Diese Äußerung ist aber für Außenstehende kaum zu verstehen.  Quaquaro bemerkt trocken: „Schon wo se det erste Kindeken hatte, nu jar nachdem, wie et jestorben is, wa eene Schraube los bei die John. Seit se nun jar det zweete hat, wackeln zwee“ (S. 52).

Bei einer anderen Gelegenheit bittet Erich Spitta Frau John um einen Schlips, da seine Kleidung verunreinigt wurde. Als sie danach sucht, findet sie ein Büschel Haare ihres ersten Kindes, das Herr John abgeschnitten und aufbewahrt hat. Als sie dies findet, ändert sich wieder ihr gesamtes Verhalten. Zuerst überkommt sie „Tiefe, kummervolle Traurigkeit“ (S. 36), die aber gleich von „eigentümlicher Fröhlichkeit“ (S. 36) abgelöst wird. Sie fragt Spitta und Walpurga, ob diese Haare nicht „janz und jänzlich een und detselbichte Häarchen“ (S. 36) wie die von dem Kind sind, das nun in der Wiege liegt. Als die beiden jungen Menschen dies bejahen, freut sie sich und merkt an: „Jut so! jut so! Mehr wollt ick nich!“ (S. 37).

Walpurga äußert in dieser Situation, „dass das Betragen der John eigentümlich ist“ (S. 37). Da Erich Spitta aber ganz andere Sorgen hat, antwortet er darauf nur, dass er an diesem Tag eh „alles von vornherein subjektiv düster gefärbt“ (S. 37) sieht, weshalb von ihm nicht weiter darauf eingegangen wird.

Auch als Frau John auf der Couch in ihrer Wohnung erwacht, nachdem sie beinahe eine ganze Woche auf der Straße geschlafen hat, zeigt sie wieder ihre problematischen Verhaltensweisen, die mit dem frühen Tod ihres ersten Kindes zu tun haben. Sie hat davon geträumt, dass ihr erstes Kind in der Mittagssonne wieder zu atmen begonnen hat, und spricht wie ...

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