Naturalismus

Der Naturalismus bezeichnet eine Strömung in der Philosophie, Metaethik, Literatur, Theater und Bildenden Kunst. In der Literatur begann diese Strömung in etwa 1880 und dauerte bis ins 20. Jahrhundert hinein, auch wenn es schon im 18. Jahrhundert Werke gab, die naturalistische Elemente beinhalteten. Das inhaltliche Hauptelement dieser Werke besteht darin, die Probleme der sozial benachteiligten Bevölkerungsschichten in den Großstädten und das Hässliche in den Vordergrund zu stellen. Der Grund dafür war der Anspruch der Künstler, wissenschaftlich genau zu arbeiten und die Wirklichkeit so exakt wie möglich darzustellen.

Auf der formalen Ebene wurde mit den überlieferten Regeln der Poetik gebrochen und nach neuen Formen des Ausdrucks gesucht. Bekanntestes Beispiel ist der „Sekundenstil“, der eine Art Transkription des natürlichen Sprechens darstellt. Sprachfehler, Dialekte, Fachbegriffe, Pausen und Nebengeräusche wurden ebenso festgehalten wie unvollständige Aussagen oder Sätze. Arno Holz definierte die Arbeitsweise der Naturalisten in Form einer Gleichung: Kunst = Natur – x. Die Variable ist hierbei das künstlerische Reproduktionsmittel, das immer eine Art Filter zwischen der Realität und der Abbildung in der Kunst verkörpert. Das Ziel der Naturali...

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