Charakterisierung Frau John

Die liebe Mutter

Henriette John, geborene Mechelke, auch Jette John genannt, ist die Ehefrau des Maurerpoliers Paul John. Ihr Alter wird mit „über Mitte Dreißig hinaus“ (S. 5) angegeben. An anderer Stelle erklärt Frau John, dass ihr Bruder Bruno „zwölf Jahre jünger ist“ als sie (S. 31), sodass sie circa 31 Jahre alt sein muss, da ihr Bruder als ungefähr 19 Jahre alt beschrieben wird (S. 6).

Frau John stammt aus „Brickenberch“ (S. 40). Sie arbeitet als Putzfrau bei Herrn Direktor Hassenreuter (S. 8). Sonntags und wochentags bürstet sie die Kostüme aus und vertreibt die Motten (S. 12). Für den gesamten Fundus aus „zwölf- oder achtzehnhundert Theaterlumpen“ (S. 12), die in „dreihundert Kisten und Kasten“ (S. 14) aufbewahrt werden, benötigt sie drei bis vier Wochen, danach beginnt sie wieder von vorne.

Henriette ist harte Arbeit gewohnt, denn sie hat „harte Hände“ (S. 12), mit denen sie sich im Gegensatz zu Walpurga nicht an der heißen Lampe verbrennt. Sie musste ihren Bruder mit großziehen (S. 7) und macht ihm Vorwürfe, dass er so ein unehrenhaftes Leben führt (S. 10).

Nach dem frühen Tod ihres ersten und einzigen Kindes, das an Diphterie gestorben ist, ist Frau John durch einen starken und unerfüllten Kinderwunsch erfüllt. Ihr Schicksal aufgrund des früh verstorbenen Kindes scheint sie nicht völlig in einen kaltherzigen und egoistischen Menschen verwandelt zu haben. Denn sobald es um Kinder geht, hat sie „das Herz auf dem rechten Flecke“ (S. 61), wie ihr Mann bemerkt. Sie kümmert sich um Menschen, die ihre Hilfe brauchen.

Die tragischste Figur des Theaterstücks ist eindeutig Frau John. Sie ist der Ursprung der gesamten tragischen Verknüpfung, da sie die Piperkarcka davon abhält, sich in den Fluss zu stürzen. Als Frau John die völlig verzweifelte Piperkarcka in der Stadt findet, veranlasst sie sie dazu, ihr Kind nicht umzubringen, sondern es ihr zu überlassen. Dafür setzt sie nicht nur ihre große Überzeugungsgabe ein, sondern sie bietet ihr auch Geld an. Von ihrem Gehalt hat sie 123 Mark gespart, die sie der Piperkarcka anbietet, damit diese ihr das Kind überlässt (S. 8). So erwirbt sie gegen die Geldzahlung Paulines Kind und möchte es als ihr eigenes beim Standesamt anme...

Der Text oben ist nur ein Auszug. Nur Abonnenten haben Zugang zu dem ganzen Textinhalt.

Erhalte Zugang zum vollständigen E-Book.

Als Abonnent von Lektürehilfe.de erhalten Sie Zugang zu allen E-Books.

Erhalte Zugang für nur 5,99 Euro pro Monat

Schon registriert als Abonnent? Bitte einloggen