Charakterisierung Erich Spitta

Der arme Hauslehrer

Erich Spitta ist einundzwanzig Jahre alt (S. 20) und trägt Brille und Zwickel. Er ist ein armer Student, der sein Essen oft aus der Volksküche bezieht (S. 91). Sein Gesicht zeichnet sich durch „scharfe und nicht unbedeutende Züge“ (S. 20) aus. Sein Körperbau zeugt von schlechter Ernährung und ist durch die langen Aufenthalte in der Studierstube gekennzeichnet (S. 20).

Erich Spitta studiert Theologie, da er aus einem Pastorenhaus stammt (S. 21), aber eigentlich möchte er Schauspieler werden. Als er dies Direktor Hassenreuter offenbart, ist dieser „bis zur Unhöflichkeit aus dem Häuschen“ (S. 21). Er tauge nichts als Schauspieler, so Hassenreuter, und zwar wegen „ [Ihrer] schiefen Haltung, mit Ihrer Brille und vor allem mit Ihrem heiseren und scharfen Organ“ (S. 22).

Spitta weiß um seine Position und seine „Konnexionen“, die ihm „die Wege zu einer behaglichen Existenz“ (S. 21) eröffnen, doch die Schauspielerei bezeichnet er als das wahre Ziel seines Lebens (S. 21). Er hat sich wegen seiner neuen Berufswünsche mit seinem Vater sehr gestritten. In einem Brief hat er ihm sein Herz offengelegt, doch hat er nur Antworten erhalten, die im „in der Tasche brennen“ (S. 37). Er entzweit sich aufgrund seines Berufswunsches mit seinem Vater und muss nun noch mehr Geld hinzuverdienen als bisher. Dafür arbeitete er neben seinem Studium als Hauslehrer und Schreibkraft (S. 74). Da ihm seine Hauswirtin aufgrund rückständiger Miete mit dem Rauswurf droht, will er sich bei Frau John Geld leihen (S. 74).

Das neue Theater

Im Gegensatz zu Direktor Hassenreuter vertritt Erich Spitta bezüglich der Theaterkonzeption recht fortschrittliche Gedanken. Da Direktor Hassenreuter über ein sehr konservatives und nicht reflektiertes Kunstverständnis verfügt, kommt es im dritten Akt zwischen den beiden zu einem Streitgespräch über Kunst und Theater (S. 49-51). Erich Spitta ist der Meinung, dass in der Kunst alle Menschen gleich sind: „Vor der Kunst wie vor dem Gesetz sind alle Menschen gleich“ (S. 49). Damit steht er eher zu „Schiller und Gustav Freytag“ als mit „Lessing und Diderot“ (S. 50) im Gegensatz. Besonders wehrt er sich gegen die „späteren Goethe`schen Schauspielervorschriften“ (S. 50), die für ihn „mumifizierter Unsinn sind“ (S. 50)...

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