Verdrängung und Psychose

Unbearbeitetes Trauma

Zunächst steht am Anfang der Geschichte das für Thiel traumatische Ereignis, dass seine geliebte Frau Minna verstirbt, und zwar kurz nachdem sie den gemeinsamen Sohn Tobias geboren hat (vgl. S. 3 f.). Thiel kann nicht akzeptieren, dass Minna von ihm gegangen ist. Deswegen führt er die Beziehung in Form eines Totenkults weiter. Er steigert sich in Trance, um sie wieder vor sich zu sehen (vgl. S. 8).

Notgedrungen heiratet Thiel sehr bald nach Minnas Tod Lene. Er lässt sich keine Zeit, zu trauern und den Schicksalsschlag zu verarbeiten – das Leben muss weitergehen, denn Tobias muss versorgt werden.

Eines Tages entdeckt Thiel auf der Wange seines Sohnes Spuren einer Ohrfeige, doch er konfrontiert seine Frau nicht  damit (vgl. S. 10). Als er dann Lene bei ihren brutalen Prügeleien auf frischer Tat ertappt (vgl. S. 15 f.), fühlt Thiel sich nicht dazu in der Lage, einzugreifen oder mit Lene über den Vorfall zu sprechen (siehe dazu auch den Abschnitt „Dominanz und sexuelle Abhängigkeit“). Er bleibt stumm, nimmt sein vergessenes Mittagsbrot an sich, w...

Der Text oben ist nur ein Auszug. Nur Abonnenten haben Zugang zu dem ganzen Textinhalt.

Erhalte Zugang zum vollständigen E-Book.

Als Abonnent von Lektürehilfe.de, erhalten Sie Zugang zu alle E-Books.

Erhalte Zugang für nur 4,99 Euro pro Monat

Schon registriert als Abonnent? Bitte einloggen