Schuldfrage

Lene ist sich über ihre Schuld im Klaren. Sie weiß, dass sie Tobias Gewalt antut und dies nicht zu rechtfertigen ist. Als sie bemerkt, dass sie bei der Misshandlung von Thiel erwischt worden ist, hört sie augenblicklich damit auf (vgl. S. 16). Dann geht sie zum Gegenangriff über („er würde sie doch nicht etwa gar belauschen wollen“, S. 16) und weist die Schuld ganz bewusst von sich: „sie habe ein reines Gewissen und brauche vor niemand die Augen niederzuschlagen“ (ebd.).

Lenes Aussagen widersprechen ihren Handlungen, denn dann, wenn sie ein reines Gewissen hätte, die Misshandlung also für gerechtfertigt gehalten hätte, hätte sie nicht damit aufhören müssen, sobald Thiel erschien. Doch da in Thiels Haus nie Konsequenzen zu befürchten sind, wenn Lene etwas Unrechtes tut, kann sie ihre Schuld von sich wegschieben.

Als Lene schließlich doch mit einer Konsequenz ihrer Handlungen konfrontiert wird – dem Tode von Tobias, der auf die Gleise geraten ist, weil sie nicht auf ihn aufgepasst hat – sieht Lene all ihre Schuld auf sich einstürzen. Deswegen wiederholt sie nun „fortwährend eine Geschichte, die sie von jeder Schuld reinwaschen soll“ (S. 34).

Lenes Schuld folgt ihr wie ein bedrohlicher Schatte...

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